Bötticher (Karl), namhafter Archäolog, geb. 29. Mai 1806 zu Nordhausen, besuchte das dortige Gymnasium und bildete sich daselbst im Feldmessen und in der praktischen Bauführung aus, bezog 1827 die berliner Bauakademie und wurde 1834 von Beuth zum Lehrer an der Dessinateurschule des Gewerbeinstituts ernannt. Die ersten Werke, welche B. veröffentlichte, waren „Die Holzarchitektur des Mittelalters „ (25 Blatt, Berl. 1835 — 44), das Ornamentenbuchp ch Blatt, Berl. 1834 44) und die «Dessinateurschule⸗ Hen, 1839). Nachdem er 1838 zum Lehrer an der Akademie der Künste, 1839 an der Allgemeinen Bauschule ernannt worden war, verfaßte er sein Hauptwerk: „Die Tektonik der Hellenen» (Potsd. 1844—52; 2. Aufl., Berl. 1869—81 fg.). Im J. 1844 wurde B. zum Professor ernannt, 1849 hre Mitglied der Akademie der Künste, 1854 habilitierte er sich als Privatdocent an der berliner Universität, wurde in demselben Jahre Direktorialassistent bei der Skulpturen⸗ und Abgußsammlung des berliner Museums, deren histor. Anordnung und Aufstellung von B. herrührt, 1868 Direktor dieser Sammlung und trat 1876 in den Ruhestand. Im Frühjahr 1862 unternahm B. eine archäol. Forschungsreise nach Athen, als deren Frucht der «Bericht über die Untersuchungen auf der Akropolis zu Athen (Berl. 1863) dantt er ist. Einer zweiten Reise nach Athen verdankt ein Werk über «Die Thymele der Athena-Nike auf der Akropolis von Atheno (Berl. 1880) sein 1 ader dz Auch verfaßte B. eine interessante Arbeit über den Baumkultus der Hellenen» (Berl. 1—— und 8 den archäol. und kunstgeschichtlichen Inhalts für den göttinger (Philologuso und andere Fachzeitschriften.