FeedBöckh (Friedr. von)
GeschichteBrockhaus 1882

Böckh (Friedr. von), bad. Staatsmann, der Bruder von August B., geb. 13. Aug. 1777 in Karlsruhe, studierte in Jena und Heidelberg die Kameralwissenschaften und trat 1. Mai 1803 als Finanzassessor beim Hofratskollegium zu Manneim in den Staatsdienst, wurde 1807 Kammerrat, 1810 Finanzrat, 1815 Geh. Referendar, 1820 Direktor der Oberrechnungskammer, 1821 Wirkl. Staatsrat und provisorischer Direktor des Finanzministeriums, 1824 definitiver Chef desselben und 1828 Finanzminister, nachdem er schon 1824 den Adel erhalten. Er bearbeitete ein neues System der direkten Steuern, brachte strenge Ordnung in die Verwaltung, wurde der Schöpfer eines geordneten Staatshaushalts und begründete den Kredit des Landes aufs neue. Ein Gegner des Feudalwesens und des alten Abgabensystems, kam er den Vorschlägen der Kammer fur Ablösung der Zehnten und 938 2 bereitwillig entgegen. Im J. 1844 gab er das Departement der Finanzen auf und trat als Präsident an die Spitze des Gesamtministeriums, nahm aber im März 1846 seine Entlassung. B. starb zu Karlsruhe 21. Dez. 1855.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 225Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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