Böcking (Eduard), namhafter Rechts drel/ e eb. 20. Mai 1802 zu Trarbach an der Mosel, beuchte das Gymnasium zu Kaiserslautern und studierte erst zu Heidelberg und Bonn, dann zu Berlin wo er neben Schleiermacher und Hegel namentli auch Savigny hörte. Im J. 1822 wandte er sich, um sich mit Hugos Dabiltte vertraut zu machen, nach Göttingen und habilitierte sich 1826 in Berlin als Privatdocent. Im Frühjahr 1829 zum außerord. Professor ernannt, ward er im Herbst desselben Jahres auf sein Ansuchen nach Bonn versetzt, wo er seit 1835 als ord. Pro essor der Rechte wirkte und 3. Mai 1870 starb. Seine Vorlesungen um-Pande Strafrecht, Civilprozeß, Institutionen und andekten. Als Vertreter der mfahe Rechtswissenschaft zeichnete er sich durch um assendstes Wissen, philol. und bibliogr. Sorgfalt und Akribie sowie durch Schärfe und Bestimmtheit seiner Gedanken aus. Als Schriftsteller hat sich B. besonders Klaß die kritische Herausgabe und Erklärung jurist. Klassiker allgemein anerkannte Verdienste erworben. So gab er, außer dem „Corpus legum seu brachyloguso (Berl. 1829) und den Interpretamenta des Dositheus 10 GBonn 1832), mit Klenze die Institutiones des Gajus und des Justinian (Berl. 1829) heraus, welchen später die Fragmenta Ulpians (Bonn 1831; 4. Ausg. 1855) und die Unstitutionesv des Gajus (Bonn 1837; 4. Ausg. 1855) folgten. Die vortreffliche Ausgabe der Notitia dignitatum utriusque imperiiv 63 Tle., Bonn 1839—50) ist die Frucht 25jähriger Studien. Auch veröffentlichte B. eine Rezension und lübersetzung der Mosella o des Ausonius (Berl. lehr welche später völlig umgearbeitet nebst den Moselgedichten des Venantius Fortunatus (Bonn 1845) erschien. Von bewor ubrigen jurist. Werken sind noch besonders hervorzuheben: „Pandekten des röm. Privatrechts» (Bd. 1, Bonn 1843; 2. Aufl. 1853; Bd. 2, 1. Lief. —— 1855), der Grundriß der Pandekteno 5. Aufl., onn 1861) und «Röm. Privatrecht. titutionen des röm. Civilrechtso (2. Aufl., Bonn 1862). Nach einer andern Seite hin machte sich B. verdient durch die Ausgabe von A. W. von Schlegels «Sämtlichen Schriften» (12 Bde., Lpz. 1845 —47),„ welcher dessen lat. Opusculay (Lpz. 1848), franz. Schriften (3 Bde., Lpz. 1846) und «Span. Theater » (2 Bde., Lpz. 1845) folgten, sowie durch seine Sammlung der Schriften Ulrichs von Hutten 4Opera quae reperiri potuerunt omniav, 5 Bde., pz. 1859—62; (Supplementav, 2 Bde., die «Epistolae obscurorum virorumo enthaltend, 1864 — 70), der ein IIndex bibliographicus Huttenianusv (Lpz. 1858) vorausging.