Bödeli, Thalniederung zwischen dem Thuner- und Brienzersee, in der Interlaken (s. d.) liegt. Staatsmann, geb. 26. Nov. 1794 zu Velmede bei Hamm in der Grafschaft Mark, bezog 1812 die Universität Berlin, um die Rechtswissenschaft zu studieren, trat aber w1813 als freiwilliger Jäger in das Detachement des 8. Infanterieregiments, ward bald Sekondelieutenant und erhielt seine Tapferkeit in der Schlacht bei Lützen das Eiserne Kreuz zweiter, nach der Schlacht bei Leipzig das erster Klasse. Eine schwere Verwundung in der Brust, die er im Treffen bei Freiburg a. d. U. 21. Okt. 1813 erhielt, 2²2⁸ Bodelschwingh (Karl von)- fesselte ihn acht Monate ans Krankenlager, sodaß er 1814 den Abschied nahm und sich in Göttingen und Berlin wieder seinen Studien widmete. Doch nahm er am Feldzuge von 1815 wieder teil. Er trat 1817 in den Staatsdienst, ward 1822 Landrat des Kreises Tecklenburg in Westfalen, 1831 Oberregierungsrat bei der Regierung in Köln, im November desselben Jahres Pusen der Regierung in Trier. 1834 Oberpräsident der Rheinprovinz, welchen Posten er bis 1842 bekleidete. Die Popularität, welche er sich in dieser Stellung N erwerben wußte, veranlaßte Friedrich Wilhelm IV., ihn als Staats⸗ und Finanzminister in das Kabinett zu berufen. Im Frühjahr 1844 wurde B. an der Stelle des ausgeschiedenen Grafen von Alvensleben zum Kabinettsminister, nach dem Austritt des Grafen Arnim-Boitzenburg zum Minister des Innern ernannt. Im Landtar verteidigte er im Vereinigten Landtage als Landtagskommissar die Sache der Re-Prnchid mit Geschick und Beredsamkeit. Beim Aushruch der Revolution achte B. 18. März 1848 seine Entlassung und zog sich auf seine Güter zurück, wurde indes 1849 zum Abgeordneten in die Zweite Kammer gewählt, gehörte sodann auch der nach dem oktroyierten ahlgesetz gewählten Kammer und später dem Erfurter Parlament an, wo er die Unionspolitik des preuß. Ministeriums unterstützte. In der Landtagssession von 1850—51 stand er an der Spitze der Centrumspartei, welche die Politik der Regierung zwar keineswegs billigte, ihr aber doch die Mittel zur Führung der Verwaltung gewährte, um nicht ein Ministerium der Linken aufkommen zu lassen. Im J. 1852 zum Regierungspräsidenten in Arnsberg ernannt, Rarb B. auf einer Dienstreise 18. Mai 1854 zu Medebach.