FeedBol Seung
Bildende KunstBrockhaus 1882

Bol Seung, ausgezeichneter Maler der Holländischen Schule, geb. zu Dordrecht 1611, gest. zu Amsterdam 1681. Ueber seine Lebensumstände ist etwas Näheres nicht bekannt. Er war Schüler Rembrandts und hat sich von der Behandlungsweise dieses Meisters, von der Wärme des Farbentons und der Zartheit des Helldunkels manches anzueignen gewußt. Rembrandts geistreiche .Der Dungsweise ging freilich auf ihn nicht über. Der Uriasbrief in Dresden und die 2 Arbeften in Berlin gehören zu den besten * Arbeiten, die sich zumeist auf genrehafte und novellistische Gegenstände beschränkten. Außerdem bestehen sie zum großen Teil aus Bildnissen, und mit diesen behauptet er einen der ersten Plätze in der Reihe der hervorragenden Porträtmaler der Holländischen Schule. Auch hat er eine Folge geätzter Blätter geliefert, die sehr geschätzt sind, vorzüglich der Alte mit dem gekräuselten Barte und die Frau mit der Birne. Bola (span.), Kugel. Bolanden, ein reichbegütertes Ministerialengeschlecht am Donnersberge, das seit dem Ende des 12. Jahrh. auch in der Reichsgeschichte eine hervorragende Rolle spielt. Werner III. (gest. 1221 oder 1222) erwarb von 19000. Friedrich II. die Würde des Reichstruchseß, welche dann seinem Hause bis zum Aussterben der Hauptlinie 1386 verblieb. Sein zweiter Sohn aaiser von Hohenfels erhielt außerdem 1246 durch Kaiser Konrad IV. das Reichskämmereramt, welches jedoch 1257 auf die von Werners III. Bruder Philipp von Falkenstein (südl. vom Donnersberge) begründete Nebenlinie als erbliches Lehn überging. Vgl. Köllner, «Geschichte der Herrschaft Kuchheim-s olanden und Staufo (Wiesbaden 1854). Bolanden (Konrad von), Pseudonym, s. Bischoff (Jos. Eduard Konrad). Bolanpaß, s. Bholänpaß. Bolbee, Stadt im franz. Depart. Unter-Seine, an der Westbahn (Linie Rouen-Havre), anmutig am Abhang eines Hügels, den der Fluß B. bespült, und am Vereinigungspunkt von vier Thälern gelegen, ist ein gutgebauter und belebter Fabrikort von (1876) 9778 (Gemeinde 11105) E. Die Stadt hat einen Gewerberat, eine Handelskammer, eine öffentliche Bibliothek und betreibt Baumwollspinnerei, Kattun⸗ und Wollweberei, Plüsch⸗, Spitzen⸗ — Färberei, Gerberei u. s. w. Auch befinen sich hier Cretonne⸗ oder Leinwandniederlagen. Außerdem wird ein ansehnlicher Handel mit Baumwoll⸗ und Seidenwaren, Getreide und Mehl, Vieh und Pferden unterhalten. B. entwickelte sich schon im 17. Jahrh. zu einem bedeutenden Manufakturort und war im 18. Und namentlich durch seine Indiennefabrikation und Gerbereien berühmt. Zahlreich war damals die prot. Bevölkerung. ort im elsäss.⸗lothring. Bezirk Lothringen, unfern der Nied und am Kaltbach, sowie an der Zweigbahn Courcelles-Teterchen-Bous, die von Courcelles an der Eisenbahnlinie Metz-Remilly abgeht, 26 km nordöstlich von Metz gelegen, ist Sitz der Kreisdirektion und eines Amtsgerichts, einer Oberförsterei, hat Fabrikation von Stahl⸗ und Lederwaren, eine Ammoniaksalzfabrik, eine Cigarrenfabrik, eine Gipsbrennerei, eine Färberei, zwei Flanellwebereien, vier Bierbrauereien, Ol⸗ und Lohmühlen und lebhaften Weizen⸗ und Haferhandel, und 935 (1875) 2519 CE., darunter 2207 Katholiken. B., eine alte Stadt mit schönem vickhachen atte bis 1503 eigene Grafen, welche in vielfachen ehden mit der Stadt Metz lebten, kam alsdann zu othringen und 1766 mit diesem an Frankreich. — Der meist Ackerbau treibende, sehr fruchtbare Kreis Bolchen besteht aus den Kantonen B., Busendorf und Falkenberg und umfaßt 730 qkm mit 99 Gemeinden, ist von der Nied durchzogen und zählt (1880) 46 057 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 279Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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