Bolsward, Stadt in der niederländ. Provinz Friesland, 28 km südwestlich von Leeuwarden, 14 km südöstlich von Harlingen, 1* 5600 E. Wiewohl vorwiegend ½½. at der Ort doch auch eine nicht unbedeutende Industrie, vorzüglich Ziegelbrennereien und Töpfereien. Die Hauptzierde B.s ist die gotische Martinikirche aus der Mitte des 15. 3 die schönste von ganz Friesland, mit ausgezeichneter Orgel, künstlich geschnittenen Stühlen und dem 1823 errichteten Denkmal des hier geborenen friesischen Dichters Gijsbert Japicx (gest. 1666). Außer der Martinikirche besithzt der Ort die Brüderkirche, beide den Reformierten gehörend; zwei kath. Kirchen, eine mennonitische, eine reform. Kirche und eine Synagoge. Das 1614—18 erbaute stattliche Rathaus hat großen architektonischen Wert. Im Mittelalter war B. Hansestadt und wurde seines Reichtums wegen mehrmals belagert und i. eine. m Freiheitskampf gegen Spanien war B. eine der ersten Städte, die 1572 ihre Thore den Geusen öffneten. 1580 zu Bolswert in Friesland, lebte +* zu Antwerpen, wo er auch einen Kunsthandel begründete und 1634 starb. Er ist besonders bekannt durch seine Stiche Rubensscher Gemälde. — Schelte van B., Bruder des vorigen, geb. 1586 in Bolswert, gest. im Dez. 1659 zu Antwerpen, einer der bedeutendsten Kupferstecher aller Zeiten, stach ebenfalls nach Rubens, aber auch nach van Dyck, Jordaens u. a.