FeedBölte
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bölte (Amalie Charlotte Elise Mariane, gewöhnlich nur Amely), deutsche Schriftstellerin, geb. 6. Okt. 1814 zu Rehna in Mecklenburg-Schwerin, war erst Erzieherin auf einem adeligen Gute, wandte sich aber 1839 nach England, wo sie eine Reihe engl. Romane ins Deutsche übersetzte. Nachdem sie 18⁵² 1 Deutschland zurückgekehrt war, wählte sie meist Dresden zu ihrem Aufenthalte, begab sich aber später wegen Kränklichkeit am dem Süden und ist seit 1879 in Wiesbaden ansässig. Ihren Ruf als Romanschriftstellerin begründete sie durch das „Visitenbuch eines deutschen Arztes in Londonv (2 Bde., Berl. 1852), Schilderungen aus dem gesellschaftlichen Leben Englands, die etwas grelle Farben tragen und sozialistische Tendenzen bekunden, aber gewandt und mit Sicherheit ausgeführt sind. Letzteres gilt auch von ihren spätern Schriften, unter denen, außer mehrern Novellensammlungen, bm. Benz. 185 sind: «Eine deutsche Palette in Londono (Berl. 1853), „Das Forsthaus» (Prag 1854), Eine gute Versorgunge (2 Tle., Hamb. 1856). Hieran schließen sich eine Reihe biographischer Romane, wie «Frau von Stael⸗ (3 Bde., Prag 1859), Juliane von Krüderer» (2 Abteil., 6 Bde., Berl. 1861), »Winckelmanno (3 Bde., Berl. 1861), Vittorio Alfieri (2 Bde., Berl. 1862), «Franziska von Hohenheimo (2 Bde., Wrnzes 1863), Die Welfenbraute (Jena 1867), «Prinzessin Wilhelmine von Preußenv (Jena 1867). Ferner schrieb sie drei der Dherstonv2 ewidmete Romane: «Die Tochter des Obersten» (2Bde., Wien 1872), Elisabeth oder eine deutsche Jane Eyreß (2 Bde., Wien 1872), „Wohin führt es » (2 Bde., Wien 1874). Auch gab sie ein Frauenbreviers (Wien 1862; 4. Aufl. 1864) und ein Reues Frauenbrevier» (Lpz. 1876; 2. Aufl. 1877) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 294Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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