FeedBolsena
ErdkundeBrockhaus 1882

Bolsena, Städtchen von 2700 E. im Kreise Viterbo der ital. Provinz Rom, unweit der Bahn von Florenz über Siena nach Rom, liegt auf einem malerischen Basaltsteine am nordöstl. Ufer eines klaren, fischreichen, im Mittelalter 1931 seiner Aale berühmten Sees, des La go di B. (Lacus Volsiniensis), der 37 k:m Umfang und 140 mTiefe, reizende, schönbewaldete Umgebungen und die zwei seln Bisentina und Martana hat und durch die arta in das Meer abfließt. Etwa 1 km oberhalb B. finden sich noch Reste (3.B. eines Amphitheaters) der alten reichen etrusk. Stadt Velsina (einer der 12 Bundesstädte), welche von den Römern 294 v. Chr. zerstört und unter dem Namen Vulsinii an der heutigen Stelle wieder aufgebaut wurde. Die 1 Umgegend von B. ist reich an erloschenen ulkanen und geologisch sowie landschaftlich hoch interessant. In der Kirche Sta.⸗Cristina soll das Wunder der Hostie stattgefunden haben, welches Rafael zu einem seiner Freskobilder in den Stanzen des Vatikan 1 die Inele gab. Papst Leo X. pflegte im Herbst die Insel Bisentina zu besuchen, und die Farnesen erbauten Schloß und Kirche da⸗ — wovon jetzt nur Trümmer vorhanden sind. uf der Insel Martana ließ der Ostgotenkönig Iedort eine Gemahlin Amalasunta, Tochter Theodorichs d. Gr., 534 ermorden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 294Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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