Dincklage-Campe (Emmy von, eigentlich Amalie Ehrengarte Sophie Wilhelmine von), deutsche Romanschriftstellerin, geb. 13. März 1825 auf dem Rittergute Campe in Hannover, aus altem frei-Berlo Geschlechte, wandte ih nach aufgegebener erlobung mit einem preuß. Offizier, der Schriftstellerei zu. Von dem Schlosse einer befreundeten Familie in Oberschlesien aus, wo sie eine zweite eimat gefunden, unternahm sie größere Reisen, auf denen sie in Pommern, Schlesien, Osterreich, Ungarn, einen Winter in Italien weilte, Dalmatien bis Montenegro durchzog, öfter Dresden aufsuchte, die Schweiz und Tirol, 1880—81 auch Nordamerika kennen lernte, überall mit scharfem Auge Land und Leute musterte. Diese Studien gaben ihren Dichtungen, mit denen sie jedoch am liebsten auf dem heimatlichen Boden weilte, einen ansprechenden realistischen Untergrund. Seit 27. Juni 1866 ist sie Kapitularin des 1 freiweltlichen Damenstifts zu Börstel bei Osnabrück und wohnt zu B900 an der Ems. Sie gab folgende Romane und Novellen heraus: „Hochgeboreno (Lpz. 1869), Tolle Geschichtens (2 Bde., Lpz. 1870), Neue Novellend (2 Bde., Lpz. 1870), Sarav (2 Bde., Lpz. 1871), Durch die Zeitungo (2 Bde., Lpz. 1871),Geschichten aus dem Emslandey (2 Bde., Lpz. 1872—73; 2. Aufl. 1875), Kinder des Südensv (2 Bde., Stuttg. 1873), Die fünfte Frauo (2 Bde., Stutig. 1873), „Heimatgeschichten» (Paderborn 1873), Emsland-Bilder» (Stuttg. 1874, 2. Aufl., Herzberg 1881), MNordlandsgeschichtend (Jena 1875), Die Schule des Herzenso (1876), (Im Siroccop (Bresl. 1877), Wir. Emslandgeschichtend (I. und 2. Aufl., Lpz. 1882), Aus zwei Weltteilend (Lingen 1882). Ein großer Teil dieser Werke wurde ins Holländische, Ungarische, ADind und Französische übersetzt. indorf (Wilh.), namhafter Philolog, geb. 21. Jan. 1802 zu Leipzig, wo sein Vater, Gottlieb Immanuel D. (geb. 10. Aug. 1755 zu Rotta bei Wittenberg, gest. 19. Dez. 1812), Professor der uuhtewput dann der orient. Sprachen war, beuchte von 1810—17 die Thomasschule und bezog, erst 15 I. alt, die Universität daselbst, um sich unter Gotifr. Hermann und Chr. Dan. Beck hauptsächlich den klassischen Studien 34 widmen. Er beann 1819 seine schriftstellerische Thätigkeit durch Fortsebung der von Beck begonnenen Kommentarien und Scholienbände der Invernizzi'schen Ausgabe des Aristophanes, der bald eine kleinere, vor-Belio für den akademischen Gebrauch berechnete earbeitung desselben Dichters (Lpz. 1820—28) folgte. Nachdem er 1828 die Professur der Litteraturgeschichte an der Universität seiner Vaterstadt erhalten, begann er 1830 einen Kreis von Vorlesungen, doch entsagte er nach drei Jahren freiwillig auf längere Zeit dieser Wirksamkeit, um sich dem damals im Verein mit seinem jüngern Bruder, Ludwig D. (geb. 3. Jan. 1805, gest. 6. Sept. 1871), der sich ebenfalls durch mehrere kritische Ausgaben des Xenophon und des Diodorus Siculus, sowie des Pausanias, des ae8/⸗ Dio Cassius und Zonaras, der Chronographie des Joannes Malalas und des Chronicon Paschale rühmlichst bekannt gemacht hat, und mit Hase in Paris begonnenen großen Unternehmen einer neuen Bearbeitung von Stephanus' «Thesaurus linguae Graecae ungestörter widmen zu können. Unter seinen übrigen zahlreichen Werken sind hervorzuheben die mit Benutzung wichtiger Handschriften veranstalteten Ausgaben des Demosthenes (9 Bde., Orf. 1846—51), Aristides, Athenäos, Themistios, Prokop, Cpiphanius, Syncellus und der griech. Scholiasten zu den drei Tragikern, sowie zu Aristophanes, Demosthenes und Aeschines (zusammen 12 Bde., Oxf. 1838—63); die Poetae scaenici Graecio mit den Fragmenten (Lpz. u. Lond. 1830; 5. Aufl., Lpz. 1867), von denen ein Abdruck in sechs Bänden (Orf. 1832—35 und Bn Teil in 2. Aufl. 1849—51) mit wesentlichen eränderungen im Texte und in den Fragmenten des Aeschylus, Sophokles und Aristophanes erschien; ferner der Kommentar zu den drei griech. Tragikern und zu Aristophanes (7 Bde., Orf. 1836 —42), in welchem das für Kritik und Erklärung jener Dichter bisher Geleistete bündig und vollständig zusammengestellt ist, nebst einem die Silbenmaße erläuternden Werke: Metra Aeschyli, Sophoclis, Euripidis et Aristophanis v (Oxf. 1842); endlich die Ausgaben des Sophokles, Aristophanes, Lucian und Josephus in der Didotschen «Bibliotheèque des classiques grécsy.