FeedBonud (Edward Augustus)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bonud (Edward Augustus), Oberbibliothekar des Britischen Museums, geb. als Sohn eines Geistlichen 31. Dez. 1813 in Hanwell bei London, besuchte die Merchant Taylors' School in London und erhielt 1832 eine Anstellung als Schreiber in dem Staatsarchiv. Von dort kam er 1838 als Assistent in die Abteilung der Manuskripte am Britischen Museum, wurde 1852 zum Custoden der Egerton manuscripts, 1854 zum Subdirektor, 1866 zum Direktor der Manuskripte ernannt. In diesen Stellungen entwickelte er eine sehr rührige Thätigkeit. Im J. 1839 erschien von ihm in der Zeitschrift der Society of antiquaries die interessante Abhandlung An account of the money-lending transactions of Italian merchants in England, in the 13th and 14ʃ0 centuriesb. Im Auftrage der vom Parlament ernannten Oxford-Kommission gab er 1854 in drei Bänden die »Statutes of the university of Oxfordo heraus; 1856 für die Hackluyt Socièty Fletchers Russe commonwealtho und Horseys Travels in Russiab; 1859—61 im Auftrage der engl. Regierung die Speeches in the trial of Warren Hastingso (4 Bde.) und für das Staatsarchiv das Chronicon abbatiae de Melsas (3 Bde.). Von 1866 an arbeitete er einen klassifizierten Katalog sämtlicher im Britischen Museum vorhandener Manuskriptsammlungen aus, der 1870 erschien und dem später ein Katalog aller von 1855—75 erschienenen Manuskripte, — und Urkunden in zwei Bänden, so- wie eine Reihe von Faksimiles angelsächsischer und anderer alter Urkunden des Museums in vier Teilen folgten. Mit dierat Kollegen E. M. Thomson gründete B. 1870 die Palaeographical Society, für die er seitdem gemeinschaftlich mit Thomson eine Reihe von Facsimiles of ancients manuscripts and inscriptions herausgegeben hat. Im J. 1878 wurde B. zum Oberbibliothekar des Britischen Museums ernannt. Bonde, im alten Skandinavien (und noch jetzt in Schweden und Dänemark) Freibauer, Freisasse. Bondi (Clemente), ital. Dichter, geb. 27. Juni 1742 zu Mezzana im Parmefanischen, trat in den Hielt noch seh kurz vor dessen Aufhebung und erielt noch sehr jung die Dafelhn der Eloquenz am Seminar zu Paruua. aselbst dichtete er die berühmt gewordene 4Giornata villereccia (Parma 1773) in drei Gesängen, eine komische Schilderung der ländlichen Freuden der Konviktualen. Von der Kongregation angefeindet, weil er die Aufhebung des Ordens durch eine allegorische Kanzone gefeiert hatte, mußte er sich eine Zeit lang in Tirol verbergen, lebte dann in Venedig, Mantua und Mailand und gewann hier den Erzherzog Ferdinand zum Beschützer, der ihn 1797 zu seinem Bibliothekar in Brünn ernannte und ihm die Erziehung seiner Söhne übertrug. Durch dieses Verhältnis kam er nach Wien, wo er der Lehrer der 1816 verstorbenen Gemahlin des Kaisers Franz in Geschichte und Litteratur wurde und 20. Juni 1821 starb. B. trat als lyrischer, didaktischer, satirischer und elegischer Dichter, ruchen, oetischer Übersetzer auf, und wußte durch zierlichen, leichtfließenden Vers, sowie durch seinen einfach edeln Stil besonders den Frauen zu gefallen. Von seinen —e˙7 sind noch zu nennen: Le conversazioni (o. O. u. J., wahrscheingoverno pacificop u. s. w. Unter seinen Übersetzungen werden die der „Metamorphosen» des Ovid, namentlich aber die der Aneides des Virgil (Prachtausgabe, 2 Bde., Parma 1793) geschätzt. B.s sämtliche Dichtungen, mit Ausnahme der Übertragungen, erschienen zuerst in Padua (2 Bde., 1778), dann in Benedig 6 Bde. 1798), am besten in einer Prachtausgabe (3 Bde., Wien 1808).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 311Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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