FeedBonifaciusstraße
ErdkundeBrockhaus 1882

Bonifaciusstraße (ital. le bocche di Bonifacio), bei den Römern Fretum Gallicum genannt, der neuere Name für die Meerenge zwischen Corsica und Sardinien, welche an ihrer engsten Stelle wischen Cala-Fiumara, der Südspitze der erstern nsel, und dem Kap Longosardo, dem Nordende der letztern, nur eine Breite von 11 km hat. Der eftigen Driftströmung aus dem Tyrrhenischen eere und ihrer vielen Klippen wegen ist die Straße sehr schwer befahren; doch sind die Klippen der Korallenfischerei günstig, die hier nebst dem Thunfisch⸗ und Austernfang sehr lebhaft betrieben wird. Am östl. Eingange der Straße liegen die Bucinarischen oder Magdaleneninseln(Isole intermedie), die bei den Alten Insulae Caniculariae hießen und vorherrschend von Corsen bewohnt werden. Die meisten und 5, Sta. Rasss wie Caprera (die Insel Garibaldis), Sta.⸗Maddalena, Sta.⸗Maria, gehören zu Sardinien, die andern, darunter Cavallo und Lavezzi, zu Corsica. Die Straße erhielt ihren Namen von der befestigten Stadt Bonifacio auf Corsica, die schon dur ihre Lage auf einer Landzunge und einem fast senkrechten Kalkfelsen zur Festung bestimmt ist. Die heißen Südstürmen ausgesetzte Stadt hat einen sichern, tiefen und geräumigen Hafen mit lebhaftem Schiffsverkehr und zählt (1876) 3166 C., welche meist von Handel und zorsen, Piianern leben. In den Kämpfen zwischen Corsen, Pisanern, Genuesen und Aragoniern spielte die Stadt eine wichtige Rolle. Für die der Wlaz des Handels in diesen Gewässern war der Platz für die Genuesen von roßer Wichtigkeit. Noch 1554, wo Bonifacio nach anger Een aberges den verbündeten ranzosen und Türken übergeben ward, galt es für die festeste Stadt Corsicas. Zeugen einstigen Glanzes sind die Kirchen Sta.⸗Maria-Maggiore mit schöner Loggia, San-Francesco aus dem 14. Jahrh., San-Dominico, in got. Stil 1343 beendet, und das um 1300 errichtete Hospital. Der Ort wurde 830 von dem Pisaner Bonifacio gegründet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 317Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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