FeedBonin (Eduard von)
GeschichteBrockhaus 1882

Bonin (Eduard von), preuß. General der Infanterie, bekannt durch seine Wirksamkeit in Schleswig-Holstein, wurde 2. 1793 zu Stolpe in interpommern geboren. eine Vorfahren bekleideten mehrfach hohe Würden im Militär⸗ und Civildienst; sein Vater starb als preuß. Generallieutenant. Der junge B. trat im 13. Lebensjahre, beim Ausbruche des Kriegs von 1806, als Junker in das preuß. Infanterieregiment Herzog von Ols und wohnte dem Feldzuge in Sachsen und dem Rückzuge Blüchers bis Lübeck bei, wo er 5. Nov. 1806 bei Erstürmung des Burgthors von den Franzosen gefangen ward. Dann besuchte B. das Gymnasium zu Prenzlau, wurde 1809 als Portepeefähnrich im preuß. Garderegiment angestellt und in demselben 1810 zum Lieutenant, bald darauf zum Adjutanten bei der Gardebrigade befördert. In der Schlacht bei Lützen erwarb er das Eiserne Kreuz zweiter, in der Schlacht bei Paris das Kreuz erster Klasse. Im J. 1842 stieg er zum Oberst und 1848 zum Kommandeur der 16. Infanteriebrigade auf. Ehe er noch in letztere Stellung trat, erhielt er 26. März den Befehl, zum Schutze Schleswig-Holsteins gegen Dänemark ein Truppenkorps bei Havelberg zu holsein. meln. Nach der Niederlage der schlesw.⸗holstein. Truppen bei Bau wurde B. Anfang April nach Rendsburg geschickt, um sich der Provisorischen Regierung der Herzogtümer I Verfügung zu stellen, und übernahm den Befehl über die preuß. inienbrigade, an deren Spitze er wesentlich zum Siege bei Schleswig (23. April) beitrug und im Sundewitt (5. Juni) mit Auszeichnung kämpfte. (S. Schleswig-Holstein.) Im Mai 1849 zum Generalmajor befördert, wurde B. beim Abschluß des Malmöer Waffenstillstandes von Preußen der Deutgu Centralgewalt zu Frankfurt a. M. zur Verügung gestellt und von dieser zum Oberbefehlshaber der Reichstruppen in Schleswig-Holstein ernannt. Zugleich wählte ihn die Regierung der solesw. hols zum kommandierenden General des chlesw.⸗holstein. Heeres, welches B. zunächst zu organisieren hatte. Unter dem Oberbefehl des preuß. Generals Prittwitz führte er die Schleswig-Holsteiner im Feldzuge von 1849, erstürmte 20. April Kolding, 5 t 7. Mai glücklich bei Gudsoe und begann die Belagerung von Friedericia. Hier verlor er seinen trefflichen Stabschef Delius und wurde in der Nacht vom 6. zum 7. Juli von der aus Friedericia ausfallenden dän. Armee überrascht und geschlagen. B. legte im April 1850 sein Kommando nieder und trat in die preuß. Armee urück, wo er zum Kommandanten von Berlin und im Juni zum Kommandeur der 16. Division in Trier ernannt wurde. Im Okt. 1850 befehligte B. das Armeekorps, welches bei Wetzlar an der hess. Grenze zus I wurde. Am 15. Jan. 1852 wurde er zum Kriegsminister ernannt und bewährte hier aufs neue sein organisatorisches Talent durch treffliche Einrichtungen, namentlich verbesserte er auf Grund der während der letzten Jahre gewonnenen Erfahrungen die Organisation der Landwehr und die Vorbereitung der Armee zum Übergang auf den Kriegsfuß (Mobilmachungsplan). Im Mai 1854 seines Postens enthoben, da er mit der äußern Politik 9. nicht einverstanden war, erhielt er das Kommando der 12. Division zu Reisse. Am 20. März 1856 wurde er Vizegouverneur von Mainz, und 6. Nov. 1858, beim Eintritt der Regentschaft, abermals Kriegsminister, 28. Nov. 1859 aber unter Ernennung um General der Infanterie wiederum von diesem Amte entbunden, da er den später durchgeführten Entwurf zur Reorganisation des preuß. Heeres nicht guthieß. B. starb als kommandierender General des 8. Armeekorps 13. März 1865 zu Koblenz. Von B. stammt die Schrift: Grundzüge für das zerstreute Gefechte (Berl. 1839).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 317Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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