FeedCi-devant (frz.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Ci-devant (frz.), ehemals, gewesen, weiland; Cidevants (es ci-devant) Hießen spottweise die durch die franz. Revolution von 1789 ihrer Vorrechte beraubten adeligen und fürstl. Personen. iechanow (Zjechanow), Kreisstadt im europ.⸗russ. (Ppoln.) Gouvernement Plock, 146 km im NO. von Plock am Flusse Lydynia und an der Eisenbahn Kowel-Mlawa, mit 5531 CE., von denen mehr als die Hälfte Juden sind. C. hat zwei kath. Kirchen, eine Synagoge, zwei Elementarschulen, Bierbrauereien, Olmühlen, Gerbereien, eine Wassermühle und Windmühlen. Der Handel der Stadt ist von keiner Bedeutung. C. ist eine sehr alte Stadt, die i 1065 existierte und 1207 bei der Teilung des Reichs an den Masowezkischen Fürsten Konrad kam; 1267 wurde die Stadt und ihre Umgebung von den Preußen und Litauern verwüstet. Im 15. Jahrh. gehörte C. dem plockischen Fürsten Janus, der —— ein Schloß erbaute, dessen Ruinen am Flusse ydynia noch sichtbar sind und in dessen Nähe eine ungeheuere Schanze liegt, die von den Schweden aufgeworfen sein soll. Dann wurde C. Apanage der Königin Bona, die 1526 sich in dem hiesigen Schlosse aufhielt. Zu dieser Zeit wurden hier Landtage und städtische Versammlungen abgehalten. Die Stadt hatte ihren eigenen Kastellan und schickte zwei Deputierte auf den Landtag. Im J. 1662 wurde C. durch eine Feuersbrunsteinaeäschert, weshalb der König Sigismund III. die Stadt von allen Abgaben befreite.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 396Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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