Bonnivard (Francois von), genfer Staatsmann, stammte aus einer u Genr geh savoyischen amilie und wurde 1496 zu Genf geboren, wo er ereits 1514 das Priorat 01 St.⸗Victor erhielt. Ein unerschütterlicher Verteidiger der Unabhängigkeit ders. aterstadt gegen den Druck der Bischöfe wie der Herrschaft der Herzöge von Savoyen, wurde er bereits 1519 auf aelode des Herzogs Philibert im Waadtlande Hoß Or en und erst nach Ger, dann auf das Schloß Grolée gebracht, nach zweijähriger Haft aber infolge päpstl. Verwendung wiederum freigegeben. Er ward jedoch 1530 abermals auf einer Reise hinterlistig aufgegriffen und im Schlosse ufeiwen das an der Ostseite des Gen-Imger sich auf einem Felsen im Wasser Labit geangen gaebt. Als 1532 der Herzog selbst nach Wa on kam, ließ er ihn in eins der unter dem asserspiegel liegenden Gewölbe bringen und an einen eisernen Ring ketten, welcher noch jetzt nebst den Spuren seiner Fußtritte auf dem weinerneu Boden gezeigt wird. Am 29. März 1536 wurde Chillon durch die Berner, die Befreier Genfs, ein-Trumohr und B. mit seinen 92. I.arbege im riumph nach Genf zurückgeführt. B. starb gegen Ende 1570 zu Genf. Er schrieb Les Chroniques de Genèrer (herausg. von Dunant, Genf 1831), und De l'ancienne et nouvelle police de Genèves Lonversations-Lexikon. 13. Aufl. III. herausg. Genf 1845). Schon vor seinem Tode hatte erseine Bibliothek der Stadt vermacht. Durch Byrons berühmtes Gedicht The Prisoner of Chillon ist der Name des Dulders verherrlicht worden; neuerdings ist der Nimbus, der den geistvollen, humanistisch den Mar⸗ aber, wie es heißt, sittlich nicht unbefleckten Mann umgab, sehr abgeschwächt worden.