Chillon, Schloß im Kanton Waadt, zwischen Villeneuve und Montreux, am östl. Ende des Genfer Sees, 375 meüber dem Meere, ist auf einem bis zur Oberfläche des hier an 160 metiefen Sees emporragenden Felsen gebaut und mit dem 20 menteht Ufer durch eine Brücke verbunden. Es beteht gegenwärtig aus mehrern unregelmäßigen Gebäuden mit einem viereckigen Turme in der Mitte und macht sich durch seine weißen Mauern weithin bemerkbar. Seine Gewölbe sind in den Felsen unter dem Seespiegel eingehauen. Die Zeit der Gründung des Schlosses, das in Urkunden des 12. Jahrh. erwähnt wird, kennt man nicht genau. Peter von Savoyen, genannt le Am Charlemagne, machte es 1248 zur Feste. Am 29. März 1536 wurde es schon nach zweitägiger Belagerung Heich die Berner erobert, die hier beträchtliche Reichtümer fanden. Von nun an landvogtlicher Sitz, ward es 1733 in ein Staatsgefängnis verwandelt. Seit 1798 diente es teils als Zeughaus, teils als Strafanstalt. Unter den angesehenen Gefangenen, welche durch die Eroberung der Berner zur Freiheit gelangten, befand sich auch Francois von Bonnivard (s. d.). Vgl. Vulliemin, C., étude historiques (Lausanne 1851).