FeedBootsmann
ErdkundeBrockhaus 1882

Bootsmann ist auf Schiffen ein erfahrener praktischer Seemann, der hauptsächlich die Aufsicht über sämtliches Tauwerk führt, dessen Instandhaltung zu besorgen und alle dahin einschlagenden Arbeiten anzuordnen und zu überwachen hat. Auf Kriegsschiffen hat er den Rang eines Deckoffiziers, eine Charge, die der des Feldwebels entspricht; auf Handelsschiffen * er zwischen Steuerleuten und Matrosen. opfingen, Stadt im württemb. Jagstkreis, Oberamt Neresheim, Station der Canstatt-Nördlinger Eisenbahn, 13 Em nördlich von Neresheim, nahe der bayr. Grenze, an der zur Wörnitz gehenden Eger, im fruchtbaren Riesthal und am Fuße des 650 m hohen freistehenden Ipfberges, am steilen Abfalle des Härtfeldes, hat eine Realschule, Gerbereien und (1880) 1632 meist evang. E. B. war schon 1274 Reichsstadt, kam 1802 an Bayern und 1810 an Württemberg. Bo wisenichn der Begründer der vergleichenden Sprachwissenschaft, geb. 14. Sept. 1791 zu Mainz, besuchte das Gymnasium zu Aschaffenburg, wohin seine Eltern mit dem Hofe des Kurfürsten von Mainz geflüchtet waren. „Durch Windischmann wurde er in die orient. Studien eingeführt und ging, namentlich um sich dem Studium des Sanskrit zu widmen, 1812 nach Paris, wo er fünf Jahre verweilte. Schon der Sanskritsprache in Vergleichung mit jenem der griech., lat., pers. und german. Spracher, Frankf. a. M. 1816) war epochemachend. Die Verwandtschaft der auf dem Titel genannten Sprachen war bereits vor ihm bekannt, B. aber erhob die Spracher zur Grundlage der Vergleichung nicht den möglicherweise auch zufälligen Gleichklang der Worte, sondern den gesamten Bau der Sprache, wie er sich namentlich in Flexion und Wortbildung zeigt, wählte, die Entstehung der grammatischen Formen erklärte und den Beweis lieferte, daß Verwandtschaft von Sprachen nichts anderes bedeute, als Ursprung dieser Sprachen aus einer gemeinsamen natentpur Ursprache. B.s Hauptwerk ist gewissermaßen nur die Feru seines ersten, es ist die Vergleichende Grammatik des Sanskrit, Send, Armenischen, Griechischen, Lateinischen, Litauischen, Altslawischen, Gotischen und Deutschene (6 Abteil., Berl. 1833—52; 2. Aufl. 1856—61; 3. Aufl., 3Bde., 1868—71, nach B.s Tode vollendet). Mit diesem Werke, einer der größten 3. Dsepergleitdem Leistungen des 19. Jahrh., erhob B. die vergleichende Grammatik der indogerman. Sprachen bereits — eine + Stufe der Vollendung. Die Wirkung desselben lieb aber 1 auf diese Sprachgruppe beschränkt, sondern B.s Methode mußte als die einzig wissenschaftliche auch auf alle andern Sprachen Anwendung finden, und so ist er der Begründer der gesamten Sprachwissenschaft geworden. Von seinen kleinern Schriften, die in diesen Kreis seiner Thätigkeit gehören, sind hervorzuheben: Die kelt. Sprachen in ihrem Verhältnisse zum Sanskrit u. s. w. (Berl. 1839), «über das Albanesische in seinen verwandtschaftlichen Beziehungen» (Berl. 1855), B.s Verdienste erstrecken sich aber noch nach einer andern Seite. B. war zur weitern Fortsetzung seiner Sanskritstudien von Paris nach London gegangen und begann hier eine Reihe von Ausgaben einzelner Episoden aus dem großen ind. Epos Mahäbhäratan (Naluso, Lond. 1819, mit lat. Übersetzung; 3. Aufl. 1868; ins Deutsche übersetzt, Berl. 1824; 2. Aufl. 1868; «Diluvium, Berl. 1829). Durch diese Ausgaben, namentlich aber durch seine verschiedenen Bearbeitungen der Sanskritrammatik (Ausführliches Lehrgebäude der Sansrita-Sprachen, Berl. 1827; Grammatica linguae Sanscritaen, Berl. 1832; Kritische Grammatik der Sanskrita-Sprachen, in kürzerer Fassung, Berl. 1834; 4. Aufl. 1868) und sein Glossarium Sanseritumo (Berl. 1830; 2. Aufl. 1847; 3. Aufl. 1867) schuf er bequeme und zugängliche Hilfsmittel für das Studium dieser Sprache. B.s äußeres Leben verlief in einfacher Weise; 1821 wurde er in Berlin zuerst als außerord., 1825 als ord. rachtunde der orient. Litteratur und allgemeinen Sprachkunde angestellt, ward 1822 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und war bis 1864 thätig; obwohl in diesem Jahre von einem Schlaganfall getroffen, erlebte er noch die von seinen Schülern und Fachgenossen veranstaltete 50jährige Jubelfeier der Begründung der vergleichenden Sprachwissenschaft (Mai 1866), bei welcher Gelegenheit die Bopp-Stiftung in Berlin zur Förderung der sprachverleichenden Studien und zum Andenken an seinen Namen gegründet wurde. B. 9 23. Okt. 1867 zu Berlin. Vgl. Kuhn, «Franz B.» in «Unsere Zeit⸗ (Neue Folge, Jahrg. 4, Bd. 1, 107 1868). auh. Menter Städtchen am linken Rheinufer im bahn egierungsbezirk Koblenz, an der Staatsahn Bonn-Bingerbrück, 13 km unterhalb der Kreisstadt St. Goar, hat zwei alte sehenswerte katholische (die um 1200 erbaute spätroman. Pfarrkirche, die Karmeliterkirche im Spitzbogenstil), seit 1851 eine prot. Kirche, seit 1867 eine Synagoge, eine höhere kath. Stadtschule (zugleich Progymnasium) und zählt (1880) 5526 C., welche Töpfereien und Branntweinbrennereien unterhalten, so- wie Weinbau, Schiffahrt, Holz⸗ und Kohlenhandel treiben. Unter den Römern stand hier Baudobrica oder Bontobrica, und aufgefundene Steine deuten auf die Station der 13. röm. Legion. Die Inalcchen Miereck 18 des Ortes, welche in einem länglichen Viereck (320 m und 150 m) die innere Stadt umschließt, ist eine röm. Gußmauer aus der Zeit Valentinians I.; die äußere Ringmauer stammt aus dem Mittelalter. Rei obern Teile der Stadt erkennt man noch die Reste des Tempelhofso der Tempelritter von B. Das ehemalige St. Martinstloster⸗ früher Eigentum des Naturforschers Ph. F. von Siebold, ist seit 1857 vom Staate zu einer Besserungsanstalt für verwahrloste Kinder nenf. Konfession, und das vormalige Franziskanerkloster nebst Kirche 1856 zur Errichtung eines kath. Lehrerseminars erworben worden. Das große Gebäude des ehemaligen Benediktinerserheilanal Marienberg ist seit 1839 in eine Waserheilanstalt verwandelt, eine zweite ist das Mühlbad unterhalb der Stadt. B. war im Mittelalter durch Handel und Schiffahrt lichste und im Zeitalter der Hohenstaufen eine Reichsstadt, in we H7 1234 ein Reichstag gehalten wurde und 23. Mai 1293 König Adolf von Nassau die Rechte des Deutschen Ordens erneuerte. Um 1312 verpfändete Kaiser Heinrich VII. die Stadt seinem Bruder Balduin, welcher Kurfürst von Trier war. Die Bopparder, unzufrieden mit dieser Verfügung, schickten sich an, Widerstand zu leisten. Doch nachdem der Kurfürst die Stadt überrumpelt und zum Teil niedergebrannt, mußte sie sich unterwerfen (1318) und blieb unter der Herrschaft der Erzbischöfe von Trier, obschon sie wiederholt versuchte, ihre frühere Selbständigkeit wiederzuerlangen. Roch 1497 empörte sie 18 und wurde vom Erzbischof im Verein mit dem Pfalzgrafen am Rhein und andern bezwungen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 328Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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