Boryslaw, Dorf in der ostgaliz. Bezirkshauptmannschaft Drohobycz, am nördl. Fuße der Karpaten, 45 km südöstlich von Sambor, 10 km südlich von Drohobycz, durch Zweigbahn nach I. 61280 mit der Dnjestr-Bahn verbunden, zählt (1880) 9318 (mit dem Gutsgebiete B. 10 268) E., während es 1869 nur 4956 zählte, und liefert den größten Teil des galiz. Petroleums und Erdwachses (Ozokerit). Die Gesteinsschichten, in welchen beide vorkommen, sind jüngere Tertiärbildungen, die sich in Drandzs 5 salzführender Schichten längs des Nordrandes der Karpaten fortziehen. Der hier auftretende Sand und Sandstein ist so reich mit Erdöl 963 Sandt daß dieses gleichsam das Bindemittel des Sandsteins bildet und ihn zu einer knetbaren weichen Masse macht. Diese Art des Vorkommens ist ähnlich dem von Tataros bei Großwardein und bei Peklenica auf der Murinsel in Kroatien. Das OÖlfeld von B. liegt unmittelbar am Fuße der Karpaten, an einer nur wenig über die Ebene sich erhebenden Terrasse, und ist von Tausenden von Schächten durchlöchert, die meist nur 7—8 m voneinander in unvollkommener Weise und neniefe 36 m tief eingetrieben werden. Einzelne lieferten anfangs bis 24 hl Ol im Tage, die meisten jedoch 1,5 hl . Erdwachs und dann gewöhnlich nur wenig Ol. Das Rohöl gleicht dem canadischen, während das westgalizische in seiner Güte dem pennsylvanischen fast gleich steht. Die Produktion des Petroleums hat nachgelassen, dagegen ist die des Ozokerit im Aufschwunge begriffen, seitdem sich die Industrie des Erdwachses zur Kerzenfabrikation (Ceresin) bemächtigt hat.