Bouffé (Marie), vorzüglicher franz. Schauspieler, geb. 4. Sept. 1800 1 Paris, lernte als Graveur und Goldarbeiter, bevor er sich der Bühne widmete, die er, von Gesellschaftstheatern abgesehen, zunächst im Panorama-dramatique betrat. Von diesem Institut kam er zum Gaitetheater, 1827 an die Nouveautés und 1831 ans Gymnase, an dem er die außerordentlichsten Erfolge feierte. Bis 18⁴⁴ blieb er hier und nahm dann ein Engagement am Theätre des Varietés an. Später zog er sich ins Privatleben zurück, um nur noch 1854 im Theater der Porte Saint-Martin, 1855 und 1857 auf den Brettern der Varietés in wenigen Rollen zu erscheinen. B. war einer der besten neuern franz. Schauspieler, obgleich ihn weder eine bedeutende Figur, noch ein schönes oder kraftvolles Organ unter tützte; seine Mimik litt sogar unter einem nervösen Augenzittern. Dennoch hat das Drame-Vaudeville keinen bessern Repräsentanten aufzuweisen gehabt als ihn, keinen, der mit so vieler Wahrheit spielte, so fein nuancierte wie B. 11 (Stanislas, Marquis de), erst Abbe, dann Chevalier de B. Margu geb. in Luneville 1737, der Sohn des Marquis B.⸗Remiencourt, welcher Kapitän der Garde des Königs Stanislaus von Polen war, galt ü einen der geistreichsten Männer seiner Zeit. rsprünglich zum geistlichen Stande bestimmt, trat er später in franz. Militärdienste. Er siel jedoch bei Hofe in Ungnade und wurde als Gouverneur an den Senegal geschickt, wo er si . 90 viele nützliche Einrichtungen verdient machte. Nach seiner Rückkehr war er litterarisch thätig und wurde 1789 in die Nationalversammlung gewählt, wo er si durch Mäßigung und nützliche Vorschläge bemerkbar machte. Im J. 1792 uch W er Frankreich und wurde vom Könt Fune ilhelm II. gastfrei aufgenommen. Na rankreich zurückgekehrt, widmete er sich seit 1800 wieder der Litteratur, trat 1804 als alter Akademiker in das von Napoleon neuorganisierte Puuf tut und starb 18. Jan. 1815. Das Denkma auf seinem Grabe, an Delilles Seite, hat die von ihm selbst herrührende Inschrift: Mes amis, croyes ue Je dors.o5 Unter seinen Schriften (am volltändigsten, 2 Bde., Par. 1828) verdienen besonere Erwähnung seine Lettres du chevalier de sa mére sur son oyage en Suisses (1770) und eine Erzählung: «Aline, reine de Golconded, welche von dem liebensw ürdigen Charakter und der eistigen Beweglichkeit B.s Zeugnis ablegen. Houssays hat eine Gesamtausgabe seiner Schriften veranstaltet se 1852). Seine Mutter, Marie Nnae e Catherine de Beauvau-Craon, arquise von B., gest. in Par. 1787, war lange am Hofe des Königs Stanislaus wegen ihrer Schönheit und ihres Geistes berühmt; sie hatte, nicht mit Unrecht, den Beinamen Dame de voluptér erhalten. — Eine andere Frau von B. (Marie Charlotte Hippolyte de B.⸗Rouvrel, 1724—1800) ist besor r Verhältnis mit dem Prinzen von Conti und besonders N½ Korrespondenz mit J. J. Rousseau und ihre Verbindung mit den Litteraten ihrer Zeit bekannt; im Templen, wo rinz von Conti wohnte, hatte sie einen Salon erd net, welcher mit dem von Frau Du Deffand und Fräulein von Lespinasse wetteiferte; sie hatte den Beinamen