Bayard (Jean Frangois Alfred) franz. Theaterdichter, geb. 17. März 1796 zu E im Depart. Sadne-Loire, studierte die 280 in Paris und bereitete sich dann bei einem Advokaten auf die Praxis vor. Die Vorliebe fr dramatische Poesie verleidete ihm indes die Rechtswissenschaft, aber seine ersten Stücke hatten nur geringen Erfolg. Erst sein 1828 aufgeführtes Vaudeville La reine de seize anse (das später ein beliebtes Repertoirestück wurde) fand reichen Beifall. B. widmete sich nun ausschließlich der dramatischen Schriftstellerei, besonders dem Vaudeville, und schrieb, teils allein, teils mit Scribe, Melesville, Dumanoir, Vander½ Duvert u. a. zusammen, im Laufe von 20 . für die verschiedenen pariser Theater 225 Stücke. Außer dem genannten sind als die besten davon hervorzuheben: Marie Mignote (1829), Ma place et ma femmes (1830), La grande dames (1831), La fille de l'avares (1835), (Le gamin de Paris 1836), ebenfalls in Deutschland als „Der Pariser augenichts» ein beliebtes Repertoirestück, «XMoirond et compagnien (1837), Les premières armes de Richelieus (1839), „Les enfants de troupe (1840), Le mari à la campagnen (1844), Ma- (1847), Un fils de familles (1852). Dieselben fanden bei ihrem Erscheinen eine so glänzende Aufnahme, daß sie Enue von Vorstellungen erlebten. Die kleinen Stücke B.s sind voll Wiz und liebenswürdiger Laune, dabei ausgezeichnet durch den raschen Gang der Handlung, die Geschicklichkeit der Anlage, die Uuge chürzung und geistrei Lösung des Knotens. B. starb zu Paris 19. Febr. 1853. Sein „Théàtres (12 Bde., Par. 1855 — 60) hat Scribe mit einer Einleitung begleitet. Bayard (Pierre du Terrail, Seigneur de), genannt ader Ritter ohne Furcht und Tadels, nimmt in der franz. Überlieferung eine ähnliche Stellung ein, wie für Deutschland ader letzte Ritterv, Kaiser Maximilian I. Am Ausgang des Mittelalters ercheint in ihm, vielleicht mit mancher legendarischer ussch ng, noch einmal eine Gestalt, welche die le der Feudalität, stürmische Tapferkeit, körperliche Schönheit, Kraft und Gewandtheit, Ehrliebe, Großmut gegen die Besiegten, Treue gegen den Lehnsherrn und die Freunde, und galante Zärtlichkeit gegen das schöne Geschlecht in ch vereinigte. B. wurde 1. April 1476 auf Schloß Bayard bei Grenoble geboren, in dieser Stadt durch seinen Oheim, den Bischof George du Terrail, erzogen, wurde dann Page beim Herzog von Savoyen und erregte in letzterer Ste die Aufmerksamkeit König Karls VIII. durch die seltene Geschicklichkeit, mit der er sein Roß zu tummeln wußte. Der Köni nahm ihn in seinen Dienst, und bei dessen Einfa in Italien 1494 zeichnete sich B. schon in dem Gefecht bei Verona durch die Croberung einer Fahne aus. In den langjährigen Kriegen, die mit jenem Einbruch ihren Anfang nahmen, fand B. ununterbrochen Gelegenheit, seine Verwegenheit und ritterlich-stolze Natur zu bethätigen. So verfolgte er 1499 vor Mailand die mt Milanesen mit K blindem estüm, daß er mit ihnen * leich in ie Stadt eindrang und gefangen wurde. Zum Lohn dieses Heldenmutes entließ ihn Ludovico Moro ohne Lösegeld. Berühmt sind seine Thaten 1509 vor Padua und Brescia, wo er eine schwere Wunde empfing. Im J. 1513 that er in der Sporenschlachte bei Guinegate (s. d.) Wunder der Tapferkeit. Da war es, so erzählt man, wo B., von Feinden rings umstellt, auf einen Engländer einsprengte, ihm das Schwert auf die Brust setzte und den völlig Überraschten zur Ergebung zwang, worauf er demselben sein eigenes Schwert mit den Worten überreichte: Ich bin B. und Euer Gefanener, wie Ihr der meinige. Der kecke Streich, heißt es, habe ihm auch hier wieder die Befreiung ohne Lösegeld gebracht. Unter Franz I. eröffnete B. den neuen Einfall in Italien glorreich mit dem uge durch die Alpen, auf dem er Prosper Colonna d.) gefangen nahm. Danach 7 er an des önigs Seite in der «Riesenschlachto bei Marignano mit solcher Tapferkeit, daß der ritterliche junge Monarch nach dem Siege sich selbst von ihm als dem größten Ritter der Nation den Ritterschlag erteilen ließ. Noch größere Ehre brachte B. 1521 die Ran . e Verteidigung von Mezieres gegen Karl V. i seinem Einzuge in Ralis begrüßte ihn das Parlament im Namen der Nation als Vater des Vaterlandes, und von dem König empfing er eine Kompagnie von 100 Mann, eine alten welche sonst nur Prinzen von Geblüt vorbehalten war. In dem für die Franzosen unglücklichen Feldge gegen Karl V. in der Lombardei traf ihn auf em Rückzuge bei Gattinara eine Kugel auf den Tod (30. April 1524). Seine Leiche fiel in die ände der Msgelihert ward aber von diesen den anzosen ausgeliefert und in einem Minoritenloster bei Grenoble beigesetzt. — Die franz. Ge-Bal. besonders at sich mit B. viel beschäftigt. l. besonders Guyard de Berville, Histoire de Pierre dit le chevalier B.5 (Par. 1760; zuletzt 1824); Delandine de l'Esprit, MHistoire de B.