FeedBouflers (Louis Frangois, Herzog von)
GeschichteBrockhaus 1882

Bouflers (Louis Frangois, Herzog von), Pair und Marschall von Frankreich, geb. 10. Jan. 1644, iclechte aus einem der ältesten und edelsten Gechlechter der Picardie, trat 1662 als Kadett in das Regiment der Garden und machte in den Kriegen Ludwigs XIV. sehr schnell Carriere, indem er unter Condé, Turenne, Crequi und Luxembourg mit Auszeichnung in Deutschland, den Niederlanden und an der wnan. Grenze focht. Im J. 1693 erhielt er schon den Marschallsstab. Berühmt sind seine Verteidigungen von Namur 1695, und von Lille 1708. Die vom König Wilhelm III. von England befehligte Belagerung des erstern Platzes kostete den Verbündeten mehr als 20000 Mann, und obschon Ludwig XIV. eine — Ordre wegen Übergabe des Platzes an B. ergehen ließ, so übergab er denselben doch erst, als alle Verteidigungsmittel erschöpft waren. Nach der Niederlage von Malplaquet leitete er den Rückzug der franz. Armee mit größter Umsicht. Er starb 20. Aug. 171¹1 zu Fontainebleau. — Sein ⁷ Jal eph Marie, Herzog von B. „ebenfalls Marschall von Frankreich, geb. 22. Mai 1706, starb 2. Juli 1747⁷ zu Genua während des Osterreichischen Erbfolgekrie. in dem er ausgezeichnete Dienste geleistet. ongainville (Louis Antoine de), berühmter fudie eefahrer, geb. zu Paris 11. Nov. 1729, tudierte daselbst und ließ in seinem 25. Jahre den Traité du calcul intégral (2 Bde., Par. 1754 —56) erscheinen. Anfangs Rechtsgelehrter und Parlamentsadvokat in Paris, trat er später in Kriegsdienste und wurde 1754 Adjutant bei Che100 welcher das Lager von Saarlouis 0 andt Noch in demselben Jahre ging er als Gefandtschaftssekretär nach London, wo von er im Sept. 1755 zu Chevert in das Lager von Richemont zuriah Seit 1756 wirkte er mit Auszeichnung als Adjutant des Marquis von Montcalm, dem die Verteidigung Canadas übertragen war. Als die Schlacht vom 10. Sept. 1759, in welcher Montcalm blieb, das Schicksal der Kolonie entschieden hatte, kehrte er nach Frankreich zurück und diente nun in dem Feldzuge von 1761 in Deutschland. Nach dem Frieden trat er in den Seedienst, in welchem er sich bald hervorthat. Nachdem er sein Projekt, eine Niederlassung auf den Falklandsinseln zu beder dren hatte aufgeben müssen, unternahm er mit er Fregatte La Boudeuse und dem Schiffe L'Etoile von St.⸗Malo aus (15. Dez. 1766 bis 16. März 1769) eine Reise um die Welt, die erste, die von Franzosen ausgeführt wurde. Er beschrieb dieselbe in der HDeseription dꝰun voyage autour du monde (2 Bde., Par. 1771—72; neue Ausgabe 1880; deutsch, Lpz. 1783). Durch diese Reise ist die Erdkunde mit vielen neuen Entdeckungen bereichert worden. Im nordamerik. Kriege befehligte er mehrere Linienschiffe und wurde 1779 Chef d'Escadre, 1780 aber Marcchal de Camp in der Landarmee. Nach Ausbruch der Revolution zog er sich aus dem öffentlichen Dienste zurück; er starb 31. Aug. 1811. Bongie, arab. Buddschajah, Seestadt und seit 1875 Sitz einer Unterpräfektur in der Provinz Konstantine der franz. Kolonie Algerien, 180 Em im O. von Algier, 3 Em von der Mündung des Wadi Sahel oder Summam, liegt an der durch drei Küstenforts geschützten Westseite des Golfs von B., der von Kap Carbon 40 km weit bis Kap Cavollo reicht, und hat eine sichere Reede, den besten Ankerplatz der ganzen alger. Küste. Die Stadt ist amphitheatralisch und überaus malerisch auf 7 bewach en Hügeln erbaut, zwischen welchen ie wildbewachsene, romantische Thalschlucht von Sidi Tuati liegt, im N. überragt von dem pyramidenförmigen, 705 m hohen Dschebl-Guraya, der eine herrliche Aussicht auf das Küstenpanorama der erst 1857 von den Franzosen ganz unterworfenen Kabylie gewährt. Der Berg trägt jetzt ein franz. Fort an der Stelle der Kubba eines Marabuts, eines weitberühmten Wallfahrtsortes, dem die Stadt den Beinamen «Klein-Mekkap verdankte. B. ist die . Hauptstadt und der Hauptmarkt von Ostkabylien, eines reichen, fruchtbaren Gebietes, war aber bis 1857 von der Landseite gleichsam blockiert und sein Handel dadurch sehr gedrückt. Es zählt (1872 3273 C., ist Sitz mehrerer Konsulate, hat eine Schule, eine Kinderbewahranstalt, Kasernen, Magazine, ein Hospital, und treibt Handel mit Wachs, Honig, Orangen, Ol, Getreide und Wein. Zahlreiche liberreste von Bauten und Wunelalte deuten an, daß das Altertum und das Mittelalter die von der Natur bevorzugte Lage zu würdigen gewußt haben. Im Altertum lag hier Saldae, an der Westgrenze der röm. Provinz Numidia, das unter Uugustus zur Kolonie erhoben wurde und späterhin Bischofssitz war. Der Vandalenkönig Geiserich erhob den Ort vor der Eroberung von Karthago zu seiner Rencmauer und umgab 0 mit einer bedeutenden Ringmauer, von der ebenso wie von der römischen noch Reste vorhanden sind. Im 10. Jahrh. wurde die Stadt unter dem Namen Biddschajah (Bigaja) Hauptort des mächtigen Königreichs der Beni-Hammad und wuchs zum wichtigsten Nnemmuer, Nordafrikas empor, dessen betürmte Ringmauer, wie die Reste igen, Km im Umfang hatte. Die Handelsblüte uerte au 119 lange fort, nachdem 1152 die Macht der Beni-Hammad durch die ½½ gestürzt und B. mit dem Reiche Marokko, seit 1240 mit dem Königreich Tunis vereinigt worden war. Die Pisaner, später die Venetianer und namentlich die Genuesen trieben lebhaften Handel mit Bugea oder Bugia und hatten daselbst Karawanserais, Bäder, Kirche, Friedhof u. s. w. Im 15. Jahrh. tritt der Ort als Seeräubernest auf. Die Croberung durch die Spanier 1509 und deren Intoleranz machte allem Handel mit einem Schlage ein Ende. Vom türk. Piratenhäuptling Barbarossa 1512 und 1514 bestürmt, kapitulierte B. endlich schmachvoll 1555 unter dem Grafen Alfons de Peratta an den Pascha von Algier. Unter der Türkenherrschaft sank es 833 ehten und als die Franzosen es 29. Sept. 1833 besetzten, war es ein ärmliches Dorf. Bonugies (frz., d. h. Kerzen) nennt man in der Chirurgie glatte, steirande, lange Cylinder, welche man in die Kanäle des menschlichen Körpers einführt, um dieselben (durch Druck von innen nach außen) zu erweitern, seltener um Medikamente dadurch an eine innere Stelle zu bringen. Sie untere en sich von den Kathetern . d.) dadurch, daß ie nicht durchlöchert sind, während letztere eine Offnung an der Spitze und einen Kanal im Innern wöhnlich werden sie nach der Spitze zu allmählich verdünnt (ugespitzt), seltener sind sie oben an sie dick wie unten und nur abgerundet. Man kann sie aus in Wachs getränkter und dann zusammengerollter Leinwand, oder aus Pflastermasse und Leinwand fertigen; gewöhnlich bedient man sich aber der jetzt überall käuflichen, aus einem mit Harz-Iatenere durchtränkten Gewebe hergestellten B.; K tener gebraucht man metallene B. aus Blei, Zinn, eusilber, Silber. Man wendet die B. besonders bei Harnröhrenverengungen (Strikturen) an, seltener bei Krankheiten des Mastdarms, der Speiseröhre u. s. w., in verschiedener Größe und Gestalt. Bongival, Dorf im franz. Depart. Seine-et-Oise, Arrondissement Versailles, 9 km nördlich von letzterer Stadt, 1 18 km znem 2 von Paris am linken Ufer der Seine in einem Thale zwischen zwei Hügeln, deren Fuß vom Flusse bespült wird, und zählt (1876) 2121 (Gemeinde 2309) E. Der Ort steht in Verbindung mit Station Rueil der Westbahn, hat zahlreiche Villen, zwei schöne Brücken über die Seine, welche hier durch die Ile de la Chaussée in zwei Arme geteilt ist, Steinbrüche und eine pittoreske Gesteinshöhle, welche von Paris aus an Feiertagen stark besucht wird. überhaupt ist B. ein beliebtes Ausflugsziel der Pariser. Die Kirche stammt in ihren ältesten Teilen aus dem 12. Jahrh.; der Glockenturm ist romanisch, das Schiff frühgotisch, die Fagade modern.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 392Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6