Bourdon (Sebastien), franz. Maler und Kupferstecher, geb. 1616 zu Montpellier von calvinistischen Eltern, hatte nur seinen Vater, einen mittelmäßigen Glasmaler, und einen andern unbedeutenden Künstler in Paris zu Lehrern, dann wurde er Soldat. Im Alter von 18 J. bereiste er Italien und sah sich dabei gezwungen, mit Malen von Bildern in der Manier beliebter Meister seinen Unterhalt zu erwerben. Nach Paris zuückgekehrt, machte er Glück mit kleinen Kabinettstücken, wurde aber durch den 1649 ausbrechenden Bürgerkrieg in seinen Arbeiten gestört und entschloß sich zur Auswanderung nach Schweden, wo ihn die Königin Christine w1652 zu ihrem Hofmaler ernannte. Nach der Abdankung dieser Fürstin kam er wieder nach Paris und versert te nun seine Hauptwerke, unter anderm die n Phaetons, ein großes Deckengemälde im Hötel Bretonvilliers (1658), die Chebrecherin, den Leichnam Christi. Er starb zu Paris 8. Mai 1671. Von allen Malern der ältern Französischen Schule ist keiner der Darstellungsweise der ital. 47 so nahe gekommen als B. Bei seinem kurzen Aufenthalt in Italien hatte er die dortigen Meisterwerke nur fund. studieren können, aber doch ihre Vorzüge und Schönheiten mit Iden Gedacht Geiste zu ergreifen und mit lücklichem Gedächtnis nacke des verstanden. zald malte er im Geschmacke des Benedetto Castiglione, bald in der Kunstweise des Paolo Verouze Am häufigsten aber folgte er der Manier des Parmegianino, des Lodovico Caracci und anderer oberital. Meister. B. vernachlässigte jedoch die Richtigkeit der Zeichnung und die Wahrheit der ärbung. Vorzüglich in seinen Landschaften zeigt ich die Fruchtbärkeit seines Auffassungsvermögens. Sehr vorteilhaft erscheint B. auch als Genre⸗ und Porträtmaler. Viele seiner Werke wurden von tüchtigen Kupferstechern Giac auch er selbst radierte einige mit vielem Glück.