FeedJouvenet (Jean)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Jouvenet (Jean), franz. Historiemmaler, geb. zu Mouen 21. Aug. 1647, erhielt den ersten Unterricht in der Malerei durch seinen Vater, Noel I., einen mittelmäßigen Künstler, und machte dann in Paris seine Studien nach Poussin, wo er sich bald vielen Ruf erwarb. In seinem 29. J. malte er die Heilung des Gichtbrüchigen als Votivtafel für die Kirche Notre-Dame. Bereits 1675 in die Akademie erwählt, lieferte er als Aufnahmestück das Gemälde Esther vor Ahasverus. Bald darauf wurde er auch zum Professor, nachher 1707 zum beständigen Direktor der Akademie erwählt. Er starb zu Paris 5. April 1717. Die Hauptgemälde aus seiner Blüteperiode waren die Bilder für die Kirche St.Martin-aux-Champs, die zwölf Apostel für die Invalidenkirche und seine berühmte Kreuzabnahme für die Kapuzinerkirche. In seinem 69. J. durch Schlagfluß an der rechten Hand gelähmt, gewöhnte er sich, mit der linken zu malen, worin er es zu einer solchen Fertigkeit brachte, daß er noch das Magnifikat im Chor von Notre-Dame ausführte. Seine bedeutendsten Gemälde, darunter auch die Kreuzabnahme, befinden sich im Louvre. Im ganzen besitzt er, abgesehen von zuweilen mangelhafter Perspektive, die korrekte Zeichnung der damaligen franz. Schule; in der Kraft des Ausdrucks, zumal des schmerzlichen, ist er zuweilen den übrigen Nachfolgern Poussins und Lebruns überlegen. Auch ist sein Kolorit hier und da von der größten Schönheit und Wärme.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 896Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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