Bourdon de la Crosnière (Leonard), Konventsdeputierter, geb. 1758 zu Longné-au-Perche, war beim Ausbruch der Revolution von 1789 zu Paris Vorsteher eines Erziehungsinstituts und wurde in den Konvent gewählt, jedoch noch vor Cröffnung der Sitzung auf Betrieb der pariser Demagogen von dem Justizminister Danton als Kommissar nach Orléans geschickt, wo die Nachricht von den Ereignissen des 10. Aug. eine Gegenbewegung erregt hatte. Er sollte die dort zum Teil unschuldig Verhafteten zunächst nach Saumur abführen, ließ sie aber nach Versailles schleppen, wo sie von einem revolutionären Haufen niedergemetzelt wurden. Im Jan. 1794 verteidigte er gegen Robespierre die Konventsdeputierten Vincent und Ronsin, ohne jedoch ihre Hinrichtung verhindern zu können. B. warf seitdem einen glühenden Haß auf Robespierre, führte 9. Thermidor mit Barras die Nationalgarde en die Insurgenten, drang ins Stadthaus und bemächtigte sich hier seines Feindes und dessen nächster Anhänger. Nach dem Sturze der Lachtung hehg aft wurde B. im Konvent mit Verachtung behandelt und beteiligte sich darum an der jakobinischen wutpecerdre vom 1. April 1795 (12. Germinah, wurde gefangen genommen, aber durch die Amnestie vom 25. Okt. wieder in Freiheit gesetzt. Obgleich im Rate der Fünfhundert ohne Einfluß, sandte ihn doch später das Direktorium als Agenten nach Hamburg, wo er die franz. Emigranten überwachen und austreiben sollte. Nach dem 18. Fructidor wandte er sich wieder dem Lehrfache zu und übernahm später die Leitung einer pariser Elementarschule. Er starb fast verschollen zur Zeit der beginnenden Restauration. ö