Brahma, ein Wort der Sanskritsprache, womit das höchste Wesen bezeichnet wird. An dieses Wort 9 sich durch den Lauf dreier Jahrtausende die Religionsentwickelung Indiens. Auf jeder neuen Stufe des auf das Göttliche gerichteten ewußtseins bezeichnet dieses Wort einen andern Begriff; aber immer umfaßt es das, was 18 Zeit die höchste geistige Errungenschaft des Volks war. Daher gebraucht man auch das Wort Brahmanentum als gleichbedeutend mit der gesamten geistigen Welt Indiens. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes B. ist die des Gebets und im allgemeinen jeder heiligen Handlung, durch die der Mensch sich die Gottheit geneigt zu machen sucht. Persönlich gefaßt ist Brahmä (in der Maskulinform) einer der Eva die Götter der Inder, der mit Vischnu und Siva die Trias der höchsten Gottheiten bildet. Er ist der Schöpfer der Welt, welcher das Menschengeschlecht in das Dasein rief und die heiligen Schriften der Vedas und die Gesetze des Manu, als die Richtschnur für das Leben der Menschen, bekannt machte. Er wird abgebildet auf einem Schwane ruhend und mit vierfachem Antlitz, mit welchem er nach allen Weltgegenden schaut. Brahma war kein Gegenstand öffentlicher Verehrung und seinem Kultus waren keine Temel oh (S. Indische Religion.) Als sich ie philos. Schulen in Indien entwickelten, wurde Wuusne lin der Neutralform) zur Bezeichnung der göttlichen Substanz überhaupt ohne alle Beidieem Siune Personifikation gebraucht, und ist in diesem Sinne nur Gegenstand der frommen, andächtigen dttiihe r 5 und der philos. Spekulation. Dieses r ist die letzte Ursache aller Dinge, der Grundquell des Daseins, zu dem einst alles urückkehrt, das allein wahre Sein. Es läßt sich urch irdische Begriffe nicht bezei nen, aber alles, was ist, besteht nur durch dieses Göttliche, welches selbst unendlich ist. Vgl. Haug, B. und die Brahmaneno (Münch. 1871).