Braudys, Stadt in Böhmen, s. Brandeis. Branicki (Jan Klemens), poln. Großhetman der Krone, geb. 1688, war von mütterlicher Seite ein Enkel des berühmten Czarniecki und der letzte Sprößling der mächtigen Familie der B. des Wappens +* In der Jugend diente er im franz. Heere. Nachdem er 1715 in das Vaterland zurückekehrt, gehörte er zu der Konföderation gegen ugust II. Nach dem Tode Augusts III. trat B., damals erster Senator und Oberanführer des Heeres, mit Karl Radziwill an die Spitze der republikani-Hier Partei, die Par sogar die Krone anbot. Doch ie monarchische Partei der Czartoryiski hatte das als Malerlar auf dem amnenln von 1764, und B., als Vaterlandsverräter angeklagt, wurde verbannt und aller Würden für verlustig erklärt. Von dem russ. Militär verfolgt, flüchtete er nach Ungarn, wo er im Zipser Komitate eine Zuflucht fand. Nachdem GSawener u den Thron bestiegen, dessen geistvolle chwester B. zur Gemahlin hatte, kehrte er nach Polen zurück. Seitdem lebte er — einer Herrschaft Bialystok awerd . und starb daselbst 9. Okt. 1771.— Kawery B., aus einer andern Familie, war ebenfalls Großhetman der Krone. Er zog schon öhin die Barer Konföderierten als Anführer des önigl. Heeres zu Felde und gehörte dann 20 Jahre später zu den Häuptern der Targowiczer Konföderation, welche der Konstitution vom 3. Mai 1791 entgegentrat und unter dem Schutze der Kaiserin Katharina II. die Vorrechte des Adels aufrecht erhalten wollte. Nach den Teilungen Polens verlebte er den Rest seines Lebens als russ. Untertan auf seiner Herrschaft Bialocerkiew, wo er 1819 starb. Branicki (Xawery Korczak, Graf), geb. 1812, flüchtete, der Teilnahme an geheimen Verbindungen verdächtig, 1849 aus Polen, wo die russ. Regierung seine Güter konfiszierte, und wurde ein hervorragendes Mitglied der poln. 4 Rartt in rankreich. Dem Generalstabe des Marschalls aint-Arnaud zu ch dat nahm er am Krimkriege teil und widmete sich dann mit Vorliebe der Volkswirtschaft. Als Verwaltungsrat des Crôdit foncier erwarb er sich ein sehr bedeutendes Vermögen. Ergebnisse 1 litterarischen Thätigkeit sind: L'impôt sur le capital, libérateur de la contribution de guerrep (Par. 1871), Libération de la France par un impôt sur le capitab' (Par. 1871), La politique du passé et la politique de Laveniro (Par. 1876), besonders das umfassende Werk Les nationalités slavesv (Par. 1878), in dem er Gagarins Ansicht, daß Rußland zum Katholizismus Hilsaun entgegentrat und die Entstehung des Nihilismus darstellte. Zur B. nach tellung seiner Gesundheit begab sich B. nach Oberägypten und starb 20. Nov. 1879 zu Siut. Branis (Christlieb Jul.), deutscher Philosoph, geb. zu Breslau 18. H* 1792, studierte 1810 —16 zu Berlin und Breslau Philosophie und Philologie und machte sich m Verh durch die Pbile-Schleiermachers Glaubenslehrer (Berl. 1824), vorteilhaft bekannt. Nachdem er Habiln Herbst 1825 an der Universität zu Breslau habilitiert, wurde er 1826 zum außerord. und 1833 zum ord. Professor an derselben ernannt. Als solcher wirkte er bis zu Ralm 2. Juni 1873 erfolgten Tode. Seine philos. eltansicht, welche einerseits an Schleiermacher, andererseits an Schellings und Hegels Identitätslehre (Brerl legte er in seinem „Grundriß der Logik (Bresl. 1830) und seinem — der Metaphysike (Bresl. 1834) dar, denen er die Geschichte der Philosophie seit Kante (Bd. 1, Berl. 1842) folgen ließ. Aus hodegetischen Vorträgen ging seine inhaltreiche Schrift über Die wissenschaftii e Aufabe der Gegenwart als leitende Idee im akademischen Studium» (Breslau 1848) hervor. +*— sind noch Uber die Würde der ilosophie un ihr Recht im Leben der Zeit» (Berl. 185⁴4) und „Über atomistische und dynamische Naturauffassungo (Bresl. 1858) zu nennen.