Berg, ein altes baltisches Adelsgeschlecht, das sich auch im Innern Rußlands verbreitet hat und von dem sich mehrere Mitglieder im russ. Militär- und Civildienste ausgezeichnet haben. -Magnus von B., russ. General-en-Chef, focht im Siebenjährigen Kriege und im Türkenkriege 1769—74. — Gregor von B. wurde als Generalmajor 1812 bei Polozk schwer verwundet, kommandierte in den Schlachten bei Lützen und Bautzen den rechten Kuranl des Wittgensteinschen Korps, wurde darauf ommandant von Reval und stieg 1823 zum General der Infanterie auf. — Graf Friedrich Wilhelm Rembert B. (gen. Feodor Feodoroa S Statthalter von Polen, wurde 27. Mai 1794 zu Schloß Sagnitz in Livland geboren, studierte in Dorpat und trat 1812 als Freiwilliger in die russ. Armee, wo er bald Offizier und nach dem Einzuge in Paris Kapitän im Generalstabe wurde. Im J. 1817 wurde er auf Empfehlung des Grafen Kapodistrias nach Neapel gesandt, um den Karbonarismus zu beobachten, über welchen er einige, damals vielgelesene Aufsätze schrieb. Hierauf wurde er im Ministerium des Auswärtigen angestellt. Alsdann trat er wieder mit Oberstenrang in die Armee zurück, unternahm 1822—24 mehrere Expeditionen gegen die Kirgisenstämme und 1825 eine Rekognoszierung des Aralsees, auf der er von Eversmann und andern Gelehrten begleitet wurde, und die auch in wissenschaftlicher Beziehung zu interessanten Ergebnissen führte. Von Kaiser Nikolaus 1826 zum degen die Tü befördert, diente er 1828 und 1829 gegen die Türken und nahm mit großer Im teib Au an dem Feldzuge von 1831 in Polen teil. Zum Generallieutenant und Generalquartiermeister der Armee unter dem Feldmarschall ürsten Paskewitsch ernannt, beschäftigte er sich ierauf mit der militärisch-topogr. Aufnahme von olen, wurde nebenbei zu mehrern diplomatibem issionen gebraucht und erhielt 1843 mit em Range als General der Infanterie den Posten eines Generalquartiermeisters des kaiserl. Generalstabes. Als Osterreich 1849 die Hilfe W.als gegen die ½ in Anspruch nahm, ging B. als russ. Bevollmächtigter nach Wien und ins österr. Haupt-Auiam wirkte mit vielem Takt im Interesse der llianz 2.½% den beiden Kaiserhöfen, verfeindete sich aber dabei mit Paskewitsch, dessen Operationen er tadelte. Mit der österr. Grafenwürde (25. Sept. 1849) belohnt, kehrte er sodann nach Petersburg zurück, um die unter seiner Leitung begonnenen Ausbtur en topogr. Arbeiten —— 7 etzen. Beim Sbruch des Orientkriegs erhielt B. 1854 den Auftrag, Reval und Estland gegen die westmächtliche Flotte zu verteidigen, welche jedoch keinen An-Gai gegen diese Punkte unternahm. Hierauf zum eralgouverneur und Truppenkommandanten in and ernannt, bestand er das dreitägige Bomrdement von Sweaborg, 8. bis 10. Aug. 1855, das fur die Alliierten ohne Resultat blieb und wofür ihm Alexander II. an seinem Krönungstage, 7. Sept. 1856, den Titel eines russ. Grafen verlieh, dem 1857 der finländ. Grafentitel folgte. — Finland selbst aber machte 7 B., allen freinnigen Ideen feindlich, so unbeliebt, daß der Kaiser, der ihm persönlich wohlwollte, sich dennoch entschließen mußte, ihn im Nov. 1861 von seinem Posten abzurufen. Als indes nach Ausbruch der Unruhen in Polen eine Hand nötig schien, um die Autorität der russ. Regierung her⸗ . — wurde B. im März 1863 zum Adjunkt des roßfürsten Konstantin und nach dem Rücktritt des letztern 31. Okt. zum Statthalter und Oberbefehlshaber der russ. Armee im Königreich ernannt. Es gelang ihm nun bald, den Aufstand durch Maßregeln der Strenge zu dämpfen. Gleichzeitig belämpfte er indessen das zugleich russifikatorische und demokratische System des 1866 zum Staatssekretär r Polen ernannten Geheimrats Miljutin, worch er in Polen eine gewisse Popularität errang. Nachdem B. noch 1866 Generalfeldmarschall geworden, starb er 18. Jan. 1874 zu Petersburg, während der Kaiser ihm eben einen Besuch machte. Da B. kinderlos war, — sein Vermögen und sein Titel seinem Adoptivso 2½45 Georg Magnus aus der Descendenz Berg-Sievers zu.