FeedBraten
Haus & KücheBrockhaus 1882

Braten nennt man die Zubereitung des Fleisches, bei welcher dasselbe durch Erhitzen für sich oder mit Fett und ohne oder mit nur eringem Wasserzusatz zum Genusse geeignet gemacht wird. Der Unterschied in Geschmack und ahrungswert wischen gebratenem und gekochtem Fleische ist ein schr wesentlicher. Während beim de Wa durch die angewendete verhältnißmäßig große Wassermenge die auflöslichen, schmeckenden und nährenden Stoffe mehr oder minder vollständig ausgezogen werden und in die Brühe übergehen (s. Fleischbrühe), bildet sich dagegen beim B. ohne Wasser vermöge der Reine 5 der trockenen Hitze auf der Oberfläche eine gebräunte, den Geschmack erhöhende Kruste, innerhalb deren das Fleisch durch seine eigene Feuchtigkeit gleichsam gedämpft wird, seinen vollen Wohlgeschmack behält und in der abgesonderten Bratenbrühe nur einen mäßigen Teil seines Fettes und der Bestandteile der Fleischflüssigkeit verliert. Ohne Wasser geschieht das B. entweder frei vor dem Feuer (sei es am horizontalen Bratspieße, der mit der Hand oder von einer mechan. Vorrichtung dem Bratenwender, 4 vom 5 wird, oder durch Aufhängen an einem vom Bratenwender umgedrehten Haken, oder auf einem eisernen Bratroste) oder mittels der Hitze eines Ofens in der Bratpfanne. Das B. mit Wasserzusatz (in einer Pfanne oder einem Topfe) hält rücksichtlich des dabei stattfindenden Vorganges wie der Beschaffenheit des gar gewordenen Fleisches die Mitte zwischen jenem eigentlichen B. und dem Kochen. Durch asserzusatz ist zwar eine größere zer G von Sauce zu erzielen, aber stets auf Kosten der Güte des Bratens. Auf Eisenhüttenwerken heißt B. eine Vorbereitungsarbeit zum Eisenfrischen, welche darin besteht, daß man das in dünne Scheiben verwandelte Roheisen in Bratherde oder Bratofen etwa 12 Stunden lang unter Luftzutritt mäßig glüht, um einen Teil seines Kohlenstoffs zu verbrennen, ehe es durch die Frischarbeit völlig entkohlt und in Schmiedeeisen umgewandelt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 468Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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