Bratiann (Joan), rumän. Staatsmann, geb. 1822, erhielt seine Erziehung in Paris, wo er die ersten Verbindungen mit der republikanis — Partei anknüpfte. Mit B. hatten 13 auch C. A. Rosetti und die Brüder Golesco dieser Richtung zugewandt. Zuerst 10 sich ihr Einfluß in der Revolution von 1848, welche auf die Nachricht von den Vorgängen in Frankreich auch in der Walachei ausbrach, jedoch drüch den Einmarsch russ. und türk. Truppen unterdrückt wurde. Als 5 Erif alle durch die Revolution Kompromittierte ins Exil geschickt wurden, ging B. nach Paris und kehrte erst nach dem Pariser Frtder von 1856, durch welchen die Verhältnisse Rumäniens neu geregelt wurden, 1857 mit den andern Verbannten in die Walachei zurück. Bei der Doppelwahl Cusas (der im Jan. 1859 in der Moldau, zugleich aber auch in der Walachei zum Fürsten gewählt wurde) wirkte B. im Sinne der Union der beiden Fürstentümer. Doch vermochte er während der Regierung dieses Fürsten nie zur Geltung zu gelangen. Destomehr Einfluß gewann B. 1866 nach der Thronbesteigung des Fürsten, jetztjKönigs Karl von Hohenzollern und gelangte im März 1867 mit seinem Anhange ans Staatsruder, das er aber nur bis Nov. 1868 behaupten konnte. B. hielt es für seine Aufgabe, im nationalen Interesse die Erweiterung des rumän. Staats anzustreben, und setzte deshalb eine dacorumän. Agitation ins Werk. Den Eifer des Fürsten Karl für Entwickelung der Kommunikationsmittel des Landes, namentlich für Herstellung von Eisenbahnen, benutzte B. zur Anknüpfung von Beziehungen in Preußen. So kam unter äußerst ungünstigen Bedingungen für das Land der Strousbergsche Eisenbahnvertrag zu Stande. Inmitten der Aufregung, welche seine R nach allen Seiten hin hervorrief, sah sich B. bald der Lage nicht mehr gewachsen und mußte im Nov. 1868 seine Entlassung nehmen. Seitdem arbeitete seine Partei auf den Sturz des Fürsten hin, un besonders nach der Erklärung der franz. Republit im Sept. 1870 wurden die franz. Sympathien des Landes in diesem Sinne ausgebeutet. Die Revolte vom 22. März 1871 in Bukarest war nur das Vorspiel zu einem geplanten größern Aufstande. Der Plan scheiterte durch die korrekte Haltung der Konservativen, welche unter dem Ministerium Lascar Catargi (1871—76) wieder Ruhe und Ordnung ins Land brachten. Doch kam 1876 B. wieder an die Regierung und hielt sie bis April 1881, ließ die rumän. Armee den Russen vor Plewna zu Hilfe kommen, proklamierte dann die Unabhängigkeit Rumäniens und 14./26. März 1881 auch dessen Erhebung zum Königreich. Sein Nachfolger in der Ministerpräsidentschaft wurde April 1881 für kurze Zeit sein Bruder Demeter B. (geb. 1818), bis dahin Gesandter in Konstantinopel. Schon im Juni 1881¹ berahmn Joan B. wieder den Vorsitz des neuen liberalen Ministeriums. (S. unter Rumänien (Geschichte!.)