Christian Ernst, Markgraf von Kulmbach, geb. 27. Juli 1644, Vetter und Mündel des Großen Kurfürsten, der ihn an seinem Hofe erziehen ließ, 1657nach Straßburg auf die Universität und danach auf Reisen sandte. Als C. 1661 die Regierung in Bayreuth antrat, eiferte er als Regent und Soldat dem Großen Kurfürsten nach. Kreisoberst des fränk. Kreises (seit 1664) und an der Spitze einer für sein Ländchen bedeutenden Waffenmacht, verschaffte er sich in dem franz. —— in den er schon 1672 als erster Bundesgenosse Brandenburgs eintrat, ein bedeutendes den Nan sodaß ihm Kaiser Leopold März 1676 den Rang eines Feldmarschalllieutenants und bald darauf das Kommando der gesamten Reichsarmee übertrug. Im J. 1683 beteiligte sich an der Befreiung Wiens von den Türken. Spätere Kriegsthaten im zweiten und dritten Koalitionskriege gegen Ludwig XIV., besonders 1707 die Verteidigung der Stollenhofer Linien, verliefen unglücklich, sodaß C. nach dieser letzten Niederlage den Oberbefehl der Reichsarmee niederlegte und nach Erlangen zurückkehrte, wo er 10. März 1712 starb. Seine Administration zeigt ähnliche Züge wie die des Großen Kurfürsten und der meisten prot. Reichsfürsten. Er belebte gleichfalls den Gewerbfleiß des Landes durch Hereinziehung der Refugiés, denen er einen neuen Stadtteil in Erlangen baute, verlegte dorthin seine Residenz und legte durch Stiftung der Ritterakademie den Grund zu der erlanger Universität.