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GeschichteBrockhaus 1882

Christian der W.aeh. Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, geb. 10.(20.) Sept. 1599 als dritter Sohn des Herzogs Heinrich Julius von stian (K. A. F., Herz. v. Schleswig⸗-Holstein! Braunschweig-Wolfenbüttel, erhielt eine gute Erziehung und wurde 1616 zum Administrator des Stifts Halberstadt gewählt. Nachdem er unter Moritz von Oranien gegen die Spanier gekämpft, kam er nach der Schlacht am Weißen Berge dem vertriebenen Kurfürsten Friedrich von der Pfalz zu Hilfe, namentlich bewogen durch die schöne Kurfürstin Elisabeth, Tochter Jakobs J. von England. Er steckte deren Handschuh auf seinen Hut und schwur diesen nicht abzulegen, bis er Friedrich wieder auf den böhm. Thron gesetzt. Mit einem geworbenen Heer plünderte er 1621 am Main und in Westfalen die kath. Kirchen und Klöster und ließ aus dem erbeuteten Silber Münzen schlagen mit der Inschrift «Gottes Freund, der Pfaffen Feind v. Von Tilly 20. Juni 1621 bei Höchst geschlagen, schlug er sich mit Mansfeld zu Moritz von Oranien durch, besiegte 29. Aug. 1622 die Spanier bei Fleurus, wobei er den linken Arm verlor, und entsetzte ergen op Zoom. Hierauf wandte er sich wieder nach Paderborn und Hildesheim, zog sich aber bei Tillys Annäherung wieder nach Westfalen zurück wurde jedoch von diesem eingeholt und 26. Juli (6. Aug.) 1623 bei Stadtlohn an der Berkel geschlagen. Er entkam wieder zu Moritz von Oranien, reiste dann nach England, um Jakob I. zur Unterstützung seines Schwiegersohns zu bewegen, und trat dann in die Dienste Christians IV. von Dänemark. Nachdem er 1625 noch Tilly zur Aufhebung der Belagerung von Nordheim gezwunen, harb er, von Wunden und übertriebenen Instrengungen erschöpft, 6. (16.) Juni 1626 zu Wolfenbüttel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 360Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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