Braun ist eine Mischfarbe, welche durch Mischen von Rot und Schwarz, oft unter aahllosen von Gelb oder Blau, entsteht und in zahllosen Abänderungen dargestellt wird, die man teils nach dem Grade der Intensität (hellbraun, mittelbraun, dunkelbraun), teils nach der Hinneigung zu irgendeiner andern Farbe (gelbbraun, rotbraun, graubraun, schwarzbraun), teils endlich nach der Ahnlichkeit mit gewissen allgemein bekannten Gegenständen (kastanien⸗, nelken⸗, zimt⸗, kaffee⸗, chokolade⸗, leber⸗, rußbraun u. s. w.), teils nach hervorragenden Persönlichkeiten (Bismarckbraun) benennt. Zum Braunfärben von Garnen und Geweben werden entweder Stoffe angewendet, welche direkt die braune Farbe hervorbringen, namentlich gerbstoffreiche, vegetabilische Substanzen (Eichenrinde, Bablah, Seerosenwurzel, grüne Walnußschalen, Katechu), oder man benutzt braune, aus dem Kohlenteer dargestellte Farben (Phenicienne, Bismarckbraun, Canellbraun, Georgine, Orseilline, Wienerbraun), oder es wird das B. durch Mischung erzielt, indem man bald durch vereinigte Anwendung zweier oder mehrerer verschiedener Beizen und eines einzigen Farbestoffs, bald durch Zusammensetzung mehrerer Farbestoffe, bald wieder durch successives Ausfärben in verschiedenen Farbebrühen (Aufeinandersetzen der das B. bildenden einfachen Farben) den Zweck erreicht. Nicht selten erhält man B. auf Geweben durch Anwendung von übermangansaurem Kali (Bisterbraun) oder von gewissen Eisenpräparaten. Als braune Farben für die Malerei, für Anstriche u. s. w. dienen Umbra, Kasseler und Kölnische Erde (Braunkohle), Terra di Siena (s. Bolus), brauner Ocker, Braunstein, Bister (fein präparierter Glanzruß von Holzfeuerungen), Sepia, Mumie, Asphalt, sodann mannigfaltige Mischungen aus roten, gelben, schwarzen, blauen Farben.