FeedBraun (Alexander Karl Herm.)
GeschichteBrockhaus 1882

Braun (Alexander Karl Herm.), scbes Staatsmann, geb. 10. Mai 1807 in Plauen, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte dann bis 1827 zu Leipzig die Rechte. Nachdem er die Advokatur erlangt, wurde er 1839 in die Zweite sächs. Ständekammer gewählt, wo er sich der an Zahl noch kleinen Opposition zugesellte. Besonders trat er als Berichterstatter über den Entwurf einer neuen Straf-Echen und uln energisch für Einführung des öffentichen und mündlichen Verfahrens ein. Sein Mandat endete 1842, doch ward er bei der Neuwahl 1845 wiedergewählt. — der 2½%% unternahm B. eine Reise nach Frankreich, England, Holland, an den Rhein und nach Württemberg, um das Gerichtsverfahren jener Länder aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Das Resultat der Reise hat er in einem Rechenschaftsberichto (Lpz. 1846) aufgezeichnet. Auf dem Weiten von 1845 ward er zum Präsidenten der Zweiten Kammer ernannt und stimmte mit der gemäßigten Linken. Seine besonnene Haltung war von Einfluß auf die Entschließung des Königs, als dieser ihn 16. März 1848 mit Bildung eines neuen Ministeriums beauftragte. B. selbst übernahm in demselben die Präsidentschaft und das Departement der Justiz, legte aber schon 24. Febr. 1849 diese Amter nieder. (S. Sachsen.) Seit 1850 Amtshauptmann zu Plauen, starb er daselbst 23. März 1868.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 471Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6