Breisach, auch Altbreisach oder Brisach Hreidurg Brisiacum), uralte Stadt im bad. Kreise Freiburg, am rechten des Rheins auf einem isolierten Basaltberge 246 müber dem Meere, durch eine Zweigbahn nach Freiburg mit der Badischen Esaß Lothri sowie durch eine nach Colmar mit der Elsaß-Lothringischen Eisenbahn verbunden, war ehemals eine Freie Reichsstadt und bis um die Mitte des 18. Jahrh. eine der w ne auc Festungen des Deutschen Reichs, weshalb sie auch des Deutschen Reichs Kissen und Schlüssel genannt wurde. Die Stadt ist Sitz eines Amtsgerichts, hat einen wohlerhaltenen Münster (Stephanskirche), eine kreuzförmige gewölbte Basilika (Chor, südl. Hauptturm und westl. Hälfte des Langschiffs gotisch, aus dem 14. Jahrh.; Querschiff und nördl. Hauptturm romanisch) mit einem durch schöne Holzschnitzereien (Krönung der Jungfrau Maria, von 1526) gezierten got. Hochaltar (14, m hoch, 72 mbreit), einem aus dem Ende des 15. Jahrh. stammenden prächtigen Lettner und vielen Grabmälern berühmter Generale und anderer Personen, einen im Schloßgarten errichteten Turm zu Ehren des um die Rheinkorrektion verdienten Tulla, eine Eisenbahnbrücke über den Rhein und zählt (1875) 3212 meist kath. E. (530 jüdische, 185 protestantische), welche werbe, herond Weinbau, Handel, städtische Gewerbe, besonders einige Tabaksfabrikation und Rheinschiffahrt treiben. Das figurenreiche Rheinthor aus der Zeit Ludwigs XIV. trägt eine hochtrabende lat. Inschrift, welche an die Zeit der franz. Fremdherrschaft im 17. Jahrh. erinnert. Der steile Berg, auf welchem zum Teil die Stadt liegt, wurde seiner, den u sch und die Umgegend beherrschenden Lage wegen schon früh als rielde wichtiger Punkt erkannt und benutzt. Derselbe wird schon zur Zeit des Julius Cäsar als ein fester Ort der Sequaner unter dem Namen Mons Brisiacus erwähnt, dessen sich Ariovist bemächtigt hatte. Später wurde der Ort von Kaiser Valentinian I. 369 zur Verteidigung der Rheingrenze gegen die Germanen befestigt und bald der bedeutendste der Geend, nach dem auch der umliegende Gau, der Breisgau, seinen Namen erhielt. Später kam B. in die Gewalt eines german. Geschlechts, der Harelungen. Im Anfang des 10. Jahrh. gehörte es dem Herzog und Pfalzgrafen der Franken am Rhein, Eberhard. Derselbe walt 5 von hier den Kaiser Otto I., in dessen Gewalt B. nach Eberhards Tode 939 fiel. Im 12. den kam B. durch Vertrag in den unts Base, en Besitz des Kaisers und des Bistums Basel, worauf es noch stärker befestigt wurde. Kaiser Otto IV. übergab es dann dem Herzog Berthold V. von Zähringen, welcher das 2 Undete. Kaiser Friedrich II. bestätigte 1218 dem ihf von Basel seine geistlichen Rechte auf B., und das Bistum gelangte 1254 in den vollen Besitz der Stadt. Doch wurde dieselbe 1262 von Rudolf von Habsburg mit List genommen und erst gegen Erstattung von 900 Mark Silber mit allen An-B. zur Reichsstadt erhoben. Rudolfs Sohn, Albrecht I. riß B. bleibend an sich, Etadt den Bischöfen nur einige Hoheitsrechte in der Stadt verblieben. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde B. 1633 von den Schweden vergeblich belagert, von äger Belaaerun. von Weimar jedoch nach langwieriger Belagerung 19. Dez. 1638 durch Kapitulation genommen. Die Verteidigung von B. durch General von Rheinach ist eine der aand lIf. in der sch vergeblich Kaiser Ferdinand III. bemühte sich vergeblich, B. und das Elsaß wiederzuerobern, und die Festung wurde im Westfälischen Frieden an . überlassen, welchem sie als einer der drei Hauptschlüssel des Königreichs verblieb, bis der Ryswijter Friede 1697 sie wieder an das Deutsche Reich brachte. Ludwig XIV. ließ dagegen auf dem linken Rheinufer, B. gegenüber, Neubreisach (s.d.) anlegen. Im Spanischen Erbfolgekriege siel B. 1703 durch Verräterei und Arcos Feigheit in die Gewalt der Franzosen, welche es behaupteten, bis sie es 17¹⁵ *+ des Rastatter Friedens an Ssterreich zurückgeben mußten. Kaiser Karl VI. ließ die Festungswerke noch verstärken und auf dem naheliegenden Eggersberge oder Eckardtsberge ein wichtiges Fort erbauen. Als jedoch im Osterreichischen Erbfolgekriege 1743 die Franzosen den Breisgau bedrohten, ließ Maria Theresia einen Teil der Werke sprengen und die Kriegsvorräte nach Freiburg bringen. Nachdem hierauf die Franzosen Freiburg erobert hatten, nahmen sie auch B. weg, schleiften die Gel übrigen Festungswerke und sprengten bei dieser Gelegenheit den durch sein Altertum und seine Festigkeit berühmten Turm Herzog Bertholds V. Während der franz. Revolutionskriege 1793 zerstörten die Franzosen vom linken Rheinufer aus die Stadt, legten aber, nachdem sie dieselbe besetzt, 1796 neue Befestigungen an. Vergeblich blockierten die Osterreicher dieselbe im Winter 1799.—1800. Endlich im Frieden von Lunéville wurde die Stadt mit dem Breisgau 1801 dem Herzog von Modena, bald darauf dem Erzherzog Ferdinand von Esterreich, zuletzt 1805 durch den Preßburger Frieden dem Großherzogtum Baden zugeteilt, bei welchem sie seit dieer Zeit geblieben it. Sämtliche land mungewas aber wurden geschleift und in Gartenland umgewandelt. Im Kriege von 1870—71 litt B. sehr durch die Beschießung von seiten der jenseit des R eins gelegenen, damals noch franz. Festung Neubreisach. Vgl. Rosman und Ens, „Geschichte der Stadt B. v