Breisgau nebst der Landvogtei Ortenau eine der schönsten und gesegnetsten Landschaften des Großherzogtums Baden, wo er jetzt wesentlich die Kreise Freiburg und Lörrach bildet. Das Land ist größtenteils gebirgig, besonders um Triberg, St. Peter und St. Blasien, und achstuf die höchsten Gipfel des Schwarzwaldes, die sich stufenartig gegen den Rhein hinabsenken, fruchtbare, reizende Vorberge und Hügel. Zwischen ihnen liegen tiefe, meist enge Thäler, welche angebaut und wark bevölkert sind. Überall ist das Land von kleinen Rheinzuflüssen bewässert, unter denen die Wiese, Neumagen, Dreisam, Glotter und Elz die bedeutendsten sind; auch befinden ** mehrere kleine Seen zum Teil hoch im Gebirge. In den Ebenen wird blahender Ackerbau getrieben; herrlicher Wein, ei Kuchen. netes Getreide, Obst, Hanf und vielerlei Küchengewächse gedeihen in üppiger Fülle; in den Gebirgen dagegen bilden die ausgedehnten Nadelholzwaldungen und die reichbewässerten Wiesen der Thäler den Hauptreichtum der Schwar wälder, welche 1Wert Viehzucht, Holzverkauf und Föberet und mit Verfertigung von Holz⸗ und Eisenwaren, besonders mit der Fabrikation der weithin berühmten und geschätzten Schwarzwälder Uhren beschäftigen. Außerdem wird ziemlich ergiebiger Bergbau auf Eisen, Blei, Kupfer und Silber getrieben. Zur Zeit der röm. Herrschaft, an welche noch eine Menge Altertümer erinnern, gehörte der B. zu dem Lande der Alamannen, 536 kam er an das Fränkische Reich, im Mittelalter standen Grafen dem Gaue vor, zuletzt seit dem 11. Jahrh. die Bertilonen Lach olde), die nachherigen Herzöge von Zähringen. ach dem Erlöschen ihres Stammes mit dem Her5⁵ Berthold V. oder dem Reichen 1218 kam der teils an die Markgrafen von Baden, teils an die Grafen von Kyburg und Urach. Durch die Erbtochter des letzten Grafen von Kyburg, Hedwig, die Gemahlin des Grafen, in Teid. Königs ++— I. von Habsburg, wurde ein Teil des B. dem habsburgischen Hause zugebracht. Nachdem Esterreich von dem Grafen von Urach durch Kauf 1368 die Hauptstadt des B., Freiburg, erworben, wußte es sich allmählich die Landeshoheit über den noch übrigen Teil zu verschaffen, sodaß schon 6. 56 Friedrich von Ssterreich 1386 fast den ganzen B. mit Ausnahme Badenweilers und einiger kleiner Gebiete, die an Baden kamen, unter seiner Herrschaft vereinigte. Erzherzog Sigmund verpfändete 1468 den B. nebst andern Besitzungen an Karl den Kühnen von Burgund, und letzterer ließ diese Landschaften durch seinen Vogt Peter von Hagenbach verwalten. Gegen das 4*„ Benehmen des Vogts verbanden sich Adel und Bürger, die Pfandschaft wurde gekündigt, Hagenbach enthauptet, und von da an hatte der B. seine besondere Verwaltung und Landstände. Der B. teilte das Schicksal Österreichs und der oberrhein. Länder bis zum Ende des 18. Jahrh. Im J. 1788 zählte der B. mit Einschluß der zwischen ihm und der Markgrafschaft Baden gelegenen Ortenau auf 60 Q.⸗Mln. 137347 CE. in 17 Städten, 10 Flecken und 440 Dörfern, wovon 7 Q. Mln. mit 16000 E. auf die Ortenau kamen. R Frieden zu Luneville 1801 trat Osterreich den B. nebst der Ortenau, mit Ausnahme des Frickthals, das auf etwas mehr denn 5 Q.⸗Mln. gegen 20000 E. zählte, und von Frankreich zur Helvetischen Republik geschlagen wurde, an den Herzog von Modena ab. Diesem folgte bei seinem Tode im Okt. 1803 in der Regierung sein Schwiegersohn, der Erzherzog Ferdinand von Osterreich, mit dem Titel eines 305 abe von B. Im Preßburger Frieden von 1805 aber mußte er sein Herzogtum an Baden und an Württemberg abtreten, welches letztere w1810 gegen Entschädigung den ganzen B. Baden überließ.