FeedBohus-Län
ErdkundeBrockhaus 1882

Bohus-Län, die nördlichste der an die Westküste stoßenden Provinzen Schwedens, bildet mit dem westlichsten Teile der Provinz Westergötland (die Umgegend von Gothenburg) das Göteborgs- und Bohus-Län, eine schwed. Landeshauptmannschaft, welche den schmalen Küstenstrich am Skagerrack von der untern Götaelf bis zum Swinesund an der norweg. Grenze begreift und auf 5057 qlm (1880) 261 197 E. zählt. Der one 10 in ältester Zeit Alfheimar, war ein Teil von Vika oder Vikin und von den als Seeräuber berüchtigten Elfvagrimar bewohnt. Die Küste ist ungemein zerrissen und bietet mit cheut Inseln, unter denen Oroust und Tjörn die bedeutendsten, und den ahllosen nackten, von aller Vegetation entblößten Klippen und Schären ein trauriges Bild. Doch besitzt dieselbe viele gute Häfen und das Meer einen großen Reichtum an Fischen, weshalb auch Schifffahrt und Fischerei die Hauptna rungszweige der Bewohner sind. Bei vielen Küstenorten befinden sich zum Teil starkbesuchte Seebäder (Marstrand, Strömstad, Gustafsberg, Lysekil, Grebbestad u. a.). Das Innere des Landes hat viel fruchtbaren Boden, der Getreide über den Bedarf hervorbringt; die Waldungen, welche an den Küsten gänzlich fehlen, sind jeßt auch im Innern des Landes spärlich vorhanden, und B. ist überhaupt eine der waldärmsten Provinzen Schwedens; die Wälder füllen nur etwa 12,5 3 der gesamten Oberfläche. gelf mit 971, Marstrand mit 1363, Uddevalla mit 7029 und Strömstad mit 2295 E. Unter den Flecken und Kiezen (Fischerlagern) sind Lysekil, iskebäckskil ½7½ꝗ9 und Grebbestad hervorzueben. Die Lan schaft gehörte während des ganzen ittelalters zu Norwegen und kam mit diesem Lande unter Margareta an Dänemark, obgleich die Schweden ihr Lehnsrecht über dasselbe behaupteten und es 1658 im Frieden zu Roeskilde uach wirklich erhielten. Benannt ist die Landschaft na dem e Eiwehccher e das auf dem kleinen Felseilande Elfwebacken am nördl. Ende der Insel Hisingen in der Götaelf bei der Stadt Kungelf liegt und früher eine wichtige norweg. Grenzfeseung gegen Schweden bildete. Es wurde 1308 von dem norweg. Könige Hakon VII. erst von Holz, bald aber von Stein erbaut und nach und nach so stark befestigt, daß es als uneinnehmbar galt. Nachdem es mehrmals (1502, 1531, 1565, 1566 und 1645) vergeblich belagert worden, kam es 1658 an Schweden, womit es als Festung seine eigentliche Bedeutung verlor. Bohus-Slott blieb bis 1700 die Residenz des Landeshauptmanns und ist seit 1786 dem Verfall preisgegeben. Die Ruinen des Schlosses gehören zu den schönsten in Schweden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 269Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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