Bremervörde, Stadt im Geestkreis Stade des Landdrosteibezirks Stade der preuß. Provinz Hannover, —7 27 km im Südwesten von Stade an dem Elbzu uß Oste, dem Fluß der Moore und Marschen, der hier auf 79 km schiffbar wird und dessen 190m breite Mündung mit der Flut Sees chiffe trägt, sowie am Anfang des 16,4 km angen Oste-Hamme-Kanals. Die Stadt ist Sitz eines Amtsgerichts, einer Superintendentur, einer Oberförsterei, eines Steueramts, Gene (1880) 3147 vorwiegend luth. E., hat eine ewerbeschule, mehrere Brauereien, Branntweinbrennerei, eine Schiffswerft, eine Kunstdüngerfabrik, eine Dampf⸗ und Wassermühle mit Holzschneiderei, zwei Anstalten zur Torfbereitung mit Dampfbetrieb, Tabaksfabrikation, Ackerbau und aanddröt und ist der Mittelpunkt des Verkehrs im Landdrosteibezirk Stade. Hierzu trägt wesentlich die schiffbare Oste bei, die namentlich einen sehr bedeutenden Torf⸗ und Holzhandel nach Hamburg vermittelt, der die Hauptquelle des in B. herrschenden Wohlstandes bildet. Der Ort war einige Zeit der Sitz der Erzbischöfe von Bremen, welche in dem 1218 von ihnen eroberten, vom sächs. Herzog (späterm Kaiser) Lothar 1122 erbauten Schlosse (Castrum Vorde) residierten, und hat einen vielfachen Euf pon den Dre erlebt, indem er 1547 dem Erzbischof von den Bremern abgenommen, 1627 von den Kaiserlichen erobert, 1632 aber den Erzbischöfen durch die Schweden wiedergegeben wurde. Die Schweden nahmen B. 1645 ein und verbrannten es, verloren es dann an die Dänen, erhielten es jedoch durch den Roeskilder Frieden 1658 wieder, mußten es aber 1675 den Braunschweigern überlassen. Das Schloß wurde 1682 samt den Festungswerken der Stadt abgebrochen.