FeedBril (Mattijs und Paul)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Bril (Mattijs und Paul), zwei niederländ. Künstler, welche in Rom gelebt und gearbeitet haben. Mattijs, 1550 zu Antwerpen geboren, ing schon in früher Jugend nach Italien und schmuckte dort unter Gregor XIII. mehrere Säle und Galerien mit Freskogemälden. amentlich malte er in der Sala di Consistorio im Vatikan vier Fresken, die Jahreszeiten. Er war Historien- und Landschaftsmaler und arbeitete in der bunten Weise der ältern niederländ. Landschafter. Mattijs Pau 1584 in Rom. Er hatte seinen Bruder aul (geb. 1554) u Rom gezogen, nachdem derselbe sich vorher auch in Frankreich aufgehalten hatte. 71½ anfangs von ihm unterrichtet, übertraf ihn bald und vollendete auch die nicht zu Ende Del ohan Sachen des Bruders. Paul begann in er phantastischen Manier seiner Vorgänger. Allmählich aber vereinfachte und veredelte sich sein Stil und übte chf die ganze Landschaftsmalerei überhaupt, zunächst auf Annibale Caracci den bedeutendsten Einfluß aus. Die Werke seiner reifern Zeit sind von einer poetischen Auffassung und zeiduf einen feinen Sinn 1 die Natur in Bezug auf uft und Licht. Sie haben meist den Charakter einer feierlichen Ruhe; oft weht ein elegischer Zug durch die Darstellung verfallener röm. + eit. Die Ausführung ist sauber und von angenehmer Wirkung, nur stört Iungenit ein kalter, bläu a0rn Gesamtton. Die gelungensten seiner Bilder stehen bereits dem Claude Lorrain, seinem großen Nach-Huadfe sehr nahe. Eine Sammlung trefflicher andschaften von ihm befindet sich im Palast Rospigliosi zu Rom, sein größtes Werk im sog. neuen päpstl. Saale. Außer Landschaften hat man von ihm Jagd⸗, See⸗ und Fischerstücke sowie auch Scenen aus der biblischen Geschichte. Zu den letztern gehört die durch ungemein fleißige Ausführung und .—%%„ Auffassung merkwürdige Darstellung des Turmbaues zu Babel im berliner Museum. Auch die Galerien von München, Wien u. s. w. weisen Arbeiten von ihm auf. Zwei ausgezeichnete Landschaften B.s sind in der Galerie des Palastes Pitti zu Paris. einige seiner besten Bilder im Louvre in Paris. In mehrern hat A. Caracci die Staffage gemalt. Paul B. hat auch einige schöne Blätter radiert. Er starb zu Rom 1626.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 543Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Bildende Kunst 6