FeedBrillenschlange (Naja)
TierreichBrockhaus 1882

Brillenschlange (Naja), eine Gattung der Giftnattern, die kteire den kurzen, unbeweglichen eser traat noch kleine Hakenzähne in dem Oberkiefer tragen und sich von ihren Verwandten dadie auszeichnen, daß sie die Rippen des Halses, die sehr lang sind, sperren und den Hals dadurch so sehr aufblähen und verbreitern können, daß er wie ein herzförmiger Kragen den Kopf umgibt. Sie sind trotz ihrer kurzen, nur geschlitzten Gift9 sehr giftig, und ihr Ran ist in den heißen ändern, die sie bewohnen, fast unbedingt tödlich. Sie dienen vorzugsweise den Psyllen oder Schlangenbeschwörern zu ihren Gaukeleien. Man kennt namentlich zwei Arten. Die eine ist die lebhaft lohgelb Rnten indische, eigentliche B., die auf dem breiten Halsteile eine Drahr trägt, welche einem Nasenklemmer sehr ähnlich sieht (N. tripudians; Cobra de capello von den Portugiesen gezuern Dieselbe wird 120 — 180 em lang und ist äußerst zornig und tückisch. Die andere Art ist die 2en oder afrik. Schildviper (N. haje), die bis 2mlang wird, den Hals nicht so sehr aufblasen kann, auch keine Zeichnung auf der erweiterten Stelle trägt und sich einfarbig grünbraun zeigt. Man hält diese Schlange für die Natter (Aspis), durch welche sich Kleopatra töten ließ. Sie dient ebenfalls, nachdem die Giftzähne ausgebrochen sind, zu Gaukeleien, wobei besonders die mag Trell⸗ benutzt wird, daß sie, auf einer bestimmten Stelle des Nackens gedrückt, in Starrkrampf verfällt. Eine dritte Art, welche die bedeutende Länge von 4merreicht und in Südindien und den Inseln heimisch ist, kann den Hals nur wenig aufblähen und wird als Vertreter einer eigenen Gattung (Ophiophagus elaps) aufgestellt. Sie nährt sich meist von andern Schlangen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 547Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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