Broecchi (Giovanni Battista), berühmter ital. Naturforscher und Reisender, geb. zu Bassano 18. Febr. 1772, sollte in Padua die Rechte studieren, fand aber mehr Gefallen an mineralog. und botan. Studien und ging deshalb nach Rom und dann nach Venedig, wo er die Abhandlung 4Sulla scultura degli Egiziis (1792) herausgab. Auch schrieb er Pelle piante odorifere und geistvolle Briefe über Dante (1797; Mail. 1835). 7 J. 1801 übernahm B. den Lehrstuhl der Botanik am Lyceum und die Inspektion des Botanischen Gartens in Brescia. Von hier wurde er, nachdem er die . über die Minen von Mella und Valtrompia (2 Bde., Brescia 1807) hatte erscheinen misan als Inspektor des Bergamts 1809 nach Mailand berufen. Mit Malacarne durchwanderte er 1810 die an Fossilien reiche Gegend der Valle di zassa an der obern Etsch und veröffentlichte als Resultat dieser Forschungen: Memoria mineralogica sulla valle di Fossa nel Tirolos (Mail. die o Von 1811 bis 1813 i er Reisen in die fossilienreichen n Italiens und schrieb dann die Conchiliologia fossile subappeninab (2 Bde., Mail. 1814). Als 1814 unter der österr. Herrschaft das Bergamt, dem er seine Sammlungen überwiesen, ausgelost wurde, ging er wieder nach Rom und unternahm von hier aus neue Wanderungen und Forschungen, deren Resultate er in ahlreichen Aufsätzen der Biblioteca italianav nieerlegte. Demnächst arbeitete er sein auch in philol. antiquarischer Hinsicht bemerkenswertes Buch Dello stato fisico del suolo di Romas (1820). In Mailand machte er 1821 die Bekanntschaft Fornis, der ihn für die Dienste des Vizekönigs von Agypten gewann. B. langte 1822 in Kairo an, besuchte die Wüste, den Libanon, 1825 Kordofan und starb zu Chartum 25. Sept. 1826. Bgl. Broccöli oder Spargelkohl, s. unter Brassica und Blumenkohl. Broch (Ole Jakob), namhafter norweg. Mathematiker, geb. 14. Jan. 1818 zu Frederiksstad, ist der Sohn Johan Jörgen B.s (geb. 1. Jan. 1791, gest. 8. Dez. 1860), eines als polit. Schriftsteller und Ctorthingspiahn in seinem Vaterlande hoch-Iaren Offiziers. Nachdem der junge B. die geehrten Schulen zu Christiansand und Christiania besucht, studierte er seit 1835 auf der Universität Christiania Mathematik, lebte 50 1840 längere eit zu Paris und bereiste dann Belgien, Deutschand, die Schweiz und Oberitalien. Im Herbst 1842 begründete er in Christiania mit Nissen eine Latein⸗ und Realschule, war 1843—52 auch Lehrer an der Kriegsschule und seit 1853 an der militärischen Hochschule. Im Dez. 1848 erhielt er die Stelle eines Lektors der reinen Mathematik an der Universität zu Christiania, an welcher er seit 1858 als Professor wirkt. Außerdem trat er 1852 in die Direktion der Hypothekenbank, erhielt im Dez. 1855 die oberste Leitung des norweg. Eisenbahnwesens und ward 1859 zum Mitdirektor für die kurz vorher errichtete norweg. Kreditbank erwählt. Im Storthing, in welchem er 1862—69 die Stadt Christiania vertrat, hat sich B. an den wichtigsten Verhandlungen, wie namentlich auch zu Gunsten der Anlage von Eisenbahnen, lebhaft und mit Erfolg beteiligt. Im J. 1869 wurde er ins Ministerium berufen, ubernahm die Leitung des Marine- und Postdepartements, legte aber 1872 das Portesuhl nieder und kehrte zu dem nen nar 5. Lehrtuhl zurück. In den letztern Jahren war B. öfters offizieller Delegierter seines Landes bei den internationalen 1e5, Münsten und Kongressen (Statistischer Kongreß, Münzkonferenz, internationale Meterkommission, Congrês d'Hygiène et de Sauvetage u. s. w). Letzteres gab Veranlassung 1 seiner Schrift: Kongeriget Norge og det norske Folk⸗ (1876, in erweiterter Form als Rapport zur Pariser Weltausstellung von 1878 unter dem Titel: Le royaume de Norvége et le peuple Norvégieno). B. veröffentlichte außer zahlreichen Abhandlungen in Zeit⸗ und Gesellschaftsschriften über Gegenstände der Mathematik, Mechanik und Optik: Laerebog i Trigonometriend (Christ. 1851), «Plangeometri-I 1854; 3. Aufl. 1863), das treffliche Lehruch der Mechaniks(2 Bde. Berl. 1850—540, Laerebog i Arithmetiks (2. Aufl., Christ. 1862), 2—5 laesninger over den hoeiere Mathematik' (Christ. 1861), =Statistist Arbog for Kongeriget Norger tiner 1867—71), die lithographierten Ausgaben einer Vorlesungen über Funktionslehre, Differentialrechnung u. s. w. Broche (frz.), s. Brosche. Brocke (Heinr. Christian von), forstwirtschaftlicher Schriftsteller, geb. 1713, war von Beruf Jurist, interessierte sich aber als Besitzer einiger kleinen Waldgüter (bei Braunschweig und im cellischen Amte Giffhorn) für Natur⸗ und Forstwissens aft. Er starb 2. Juli 1778. Seine — lichsten Schriften sind: «Zufällige Gedanken von der Natur, Eigenschaft und Fortpflanzung der wilden Bäumey (Wolfenb. 1752, Dahre unter dem Pseudonym Sylvander), Wahre Gründe der p Hysik. und experimentalen Forstwissenschafts (4 Tle., 1788), (Beantwortung der Frage: wie ohne Nachteil der Dashun des Holzes das Wachstum der Forsten beschleunigt werden kann 2» (Berl. 1774). Er 1 darin in übertriebener Weise gegen die sog. holz⸗ und hirschgerechten Jäger seiner Zeit. Durch seine freimütigen Anregungen wirkte er indessen sehr nützlich.