FeedBrockhaus (Herm.)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Brockhaus (Herm.), der dritte Sohn von Friedrich Arnold B., geb. zu Amsterdam 28. Jan. 1806, studierte in Leipzig, Göttingen und Bonn orient., namentlich ind. Litteratur und lebte dann länere Zeit zu demselben Zwecke in Kopenhagen, Paris, London und Orford. Seit 1839 als außerord. Professor an der Universität Jena wirkend, folgte er 1841 einem Rufe an die Universität Leipzig, wo er seit 1848 eine ord. dete und der altind. Sprache und Litteratur bekleidete und 1873 den Titel Geh. Hofrat erhielt. Von seinen Schriften ben N erwähnen: die fünf ersten Bücher der groen Märchensammlung des Somadeva, «Katha Sarit Sägara (sanskrit und deutsch, Lpz. 1839; die deutsche Übersetzung allein, 2 Tle., Lpz. 1843; eine Analyse des 6. bis 8. Buchs erschien Lpz. 1862); ferner eine Ausgabe des Schauspiels Prabodha Chandrodaya o von Krishna Misra, nebst den ind. Scholien (Lpz. 1845); die Ausgabe von Nachschebis ers. Bearbeitung der „Sieben weisen Meister „ Ep. 1845); eine kritische Ausgabe der 4Lieder des Hafis (3 Bde., Lpz. 1854 — 61; neue Ausg. in 1 Bd., 1863). Außerdem veröffentlichte B. noch einen an allgemein angenommenen Vorschlag «Küber den Druck sanskrit. Werke mit lat. Buchstaben (Lpz. 1841), den er auch auf andere orient. Sprachen, das Arabische, — 1 u. s. w. auszudehnen versuchte (in der 4Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschafto, Bd. 17, Lpz. 1863), sowie eine Ausgabe des «Vendidad Sade (Lpz. 1850), die er nach den lithographierten Ausgaben von Paris und Bombay veranstaltete und mit einem Wörterverzeichnisse, sowie dem ersten Ver-H suche eines Glossars der Zendsprache bereicherte. Als Mitbegründer der Deutschen Morgenländischen ; Gesellschaft besorgte B. 1852 — 65 die Redaction der Zeitschrift der Gesellschaft und trug nicht un-1 wesentlich zur Blüte dieses Redgetto Vereins bei. Seit 1856 he er auch die Redaction der Allgemeinen Encyklopädie von Ersch und Gruber, die er mit dem 62. Bande der ersten Sektion übernahm. B. starb 5. Jan. 1877 in Leipzig. riedrich Clemens B., der ältere Sohn des vorigen, geb. in Dresden 14. Febr. 1837, studierte in Jena und Leipzig Theologie, wurde 1860 als Katechet an der Peterskirche in Leipzig und 1865 als Pastor an der Johanniskirche daselbst ange⸗⸗ stellt, habilitierte sich 1867 an der leipziger Universität mit der Schrift „Nicolai Cusani de concilii universalis potestate sententias und wurde daselbst 1871 außerord. Professor. Mit Vorliebe kirchenistor. Studien zugewendet, verfaßte er sodann die Ber Schentmn „Aurelius Prudentius Clemens in seiner Bedeutung für die Kirche seiner Zeite (Lpz. 1872) und 4Gregor von Heimburg. Ein Beitrag zur deutschen Geschichte des 15. Jahrh.» (Lpz. 1861).¶ Er starb 10. Nov. 1877 in Leipzig. Aus seinem Nachlaß erschienen Ausgewählte Meedigtem (Lpz. 1880). Friedrich Arnold B., der jüngere Sohn von Hermann B., 450 in Dresden 21. Sept. 1838, stu⸗⸗ dierte in Heidelberg und Leipzig die Rechte und habilitierte sich 1863 an der Universität Jena für deutsches Recht durch Verteidigung der Schrift De comitatu germanicoy. Er schri ein Werk über Das Legitimitätsprinzipo (Lpz. 1868), wurde darauf außerord. Professor in Jena und folgte 1871 einem Rufe als ord. Professor nach Basel, 1872 einem solchen nach Kiel. Er veröffentlichte darauf die Schrift: «Die Briefe des Juniuso (Lpz. 1876). rockmann (Joh. Danuß Hieronymus), berühmter deutscher Schauspieler, geb. 30. Sept. 1745 zu Gratz in Steiermark, wurde von seinem Vater, einem Zinngießer, zu einem Barbier in die Lehre gegeben, dem er jedoch bald entlief. Bei einer herumziehenden Seiltänzertruppe, die auch kleine Schauspiele gab, betrat er zuerst 1760 zu Laibach die Bühne, kehrte jedoch dann wieder ins väterliche Haus zurück, wo er sich abermals von einer Schauspielertruppe anwerben ließ, mit der er mehrere Jahre lang in den österr. Staaten umherzog. Im J. 1765 heiratete B. die Tochter der Direktrice, Maria Theresia Bodenburg, debütierte 1768 bei der Kurzschen Gesellschaft und kam nach mancherlei Kreuz⸗ und Querzügen 1771 nach Hamburg, wohin ihn Schröder gezogen hatte und unter dessen Leitung er sch zu einem vollendeten Schauspieler ausbildete. Besonders begründete er seinen Ruf als Hamlet, welches Iehertungzues Stück 1776 in der Schröderschen Bearbeitung zuerst in Hamburg zur Aufführung kam. Von Joseph II. 1778 mit 2000 Fl. Gehalt nach Wien berufen, wurde er hier bald der Liebling des Publikums. Von 1789 bis 1791 war er Direktor der wiener Hofbühne. Gegen das J. 1800 trat er in das Fach der Väter, Ger vot der komischen als tragischen, die er mit gleicher Vollendung spielte. Er starb zu Wien 12. April 1812.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 566Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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