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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Jacobs (Christian Friedr. Waaen gleich ausgezeichnet als Humanist wie als erzä hlender Schrift— steller und übersetzer, geb. 6. Okt. 1764 zu Gotha, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte zu Jena und Göttingen Philologie, erhielt 1785 eine Lehrerstelle an dem Gymnasium zu Gotha, 1802 zugleich eine Anstellung bei der öffentlichen Bibliothek und folgte 1807 einem Rufe nach München als Lehrer der alten Litteratur am Lyceum und Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Im J. 1810 nach Gotha zurückgekehrt, wurde er daselbst Oberbibliothekar und Direktor des Münzkabinetts, 1831 Direktor aller Kunstsammlungen und Geh. Hofrat, legte 1842 seine Amter nieder und starb 30. März 1847. Außer mehrern Sammelwerken von Bemerkungen zur Kritik und Erklärung der Alten veröffentlichte er Ausgaben der Antehomerican des Tzetzes (Lpz. 1793), des Bion und Moschus (Gotha 1795), der Anthologia Graeca (13 Bde., Lpz. 1794—1814; neue Bearbeitung, 4 Bde., Lpz. 1814 —17), des Achilles Tatius (2 Bde., Lpz. 1821), der Imagines o des Philostratus (mit Welcker, Lpz. 1825) und der Tiergeschichte des Alian (2 Bde., Jena 1832). Von den libersetzungen sind zu nennen: die des Vellejus (Lpz. 1793), eine Sammlung gelungener übertragungen der griech. Anthologie unter dem Titel Tempes (2 Bde., Lpz. 1803) und des Demosthenes Staatsreden und Rede für die Kroney (Lpz. 1805; 2. Aufl. 1833). Seine „Beiträge zur ältern Litteraturo erschienen in drei Bänden (Lpz. 1835—43), seine Reden und Abhandlungen über Gegenstände des klassischen Altertums u. s. w. als Vermischte Schriftens (Bd. 1—3, Gotha 1823 — 24; Bd. 4—8, Lpz. 1829—4ʃ). Hierzu veröffentlichte Düntzer als Band 9 J.) „Briefwechsel mit Franz Gölderv (Lpz. 1862). Um den Unterricht in der griech. Sprache erwarb er sich ein wesentliches Verdienst durch sein treffliches, oft neu aufgelegtes Elementarbuch der griech. Spraches (zuerst, 4 Bde., Jena 1805). Seine belletristischen Schriften, wie Alwin und Theodoru. s. w., zeichnen sich durch reinen Sinn und lebendige Schilderungen aus. Die meisten derselben erschienen gesammelt unter dem Titel „Schriften für die Jugendo (3 Bde., Lpz. 1842—44), Erzählungen» (7 Bde., Lpz. 1824—37), «Ahrenlese aus dem Tagebuche des Pfarrers zu Mainauo (2 Bde., Lpz. 1823—25) und in der „Schule für Fraueno (7 Bde., Lpz. 1827—29). Einen Abriß seines Lebens gab J. selbst in den «Personaliend (Lpz. 1840; 2. Aufl. 1848). Aus seinem Nachlaß veröffent— lichte Wüstemann Vorlesungen unter dem Titel „Hellas» (Berl. 1852). Paul Emil J., der Sohn des vorigen, geb. 18. Aug. 1802 zu Gotha, erwarb sich als Maler, besonders durch eine Reihe von Geschichtsbildern im Schlosse zu Hannover, sowie durch die Gemälde Judith und Holofernes, Simson bei Delila, Susanna im Bade, die trauernde und siegreiche Germania u. s. w. einen geachteten Namen. Er starb 6. Jan. 1866 zu Gotha.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 765Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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