Broek oder Broek-im-Waterlandsspr.Brüh), ein Dorf mit 1620 E. in der niederländ. Provinz Nordholland, 11 km nordöstlich von Amsterdam, in einer der niedrigsten Gegenden, dem Waterlande, n weltberühmt wegen seiner übertriebenen Reinlichkeit und der Wohlhabenheit seiner Bewohner, unter welchen sich bedeutende Kapitalisten, Nachkommen früherhin reich gewordener Handelsleute und Schiffsreeder, befinden. Die Straßen sind schmal, mit Klinker gepflastert, werden täglich ½%. und gebürstet und dürfen von Vieh nicht etreten werden. Die Häuser, im allgemeinen klein und von Holz, haben meistenteils ein Gärtchen und zwei Thüren, deren vordere nur bei Begräbnissen und Familienfesten sich öffnet. Die Gärten zeichnen sich durch ihre zierliche und geschnörkelte Anlage aus. Das Innere der Häuser entspricht solchen Umgebungen. Die Hauptzimmer sind in gleichem Geschmack und außerordentlich **— ausgeschmückt, den Fremden selten zugänglich, selbst vom Besitzer sind nlich nicht bewohnt. Manche der Landsitze ind im chines., japan. oder ind. Geschmack erbaut, die Kirche im maurischen Stil. In der Gegend von B. werden die unter dem Namen Edamero roekhuizen (Jan van), gewöhnli anus Broukhusius genannt, holländ. Dichter und Philolog, geb. 20. Nov. 1649 zu Amsterdam, erhielt daselbst seinen Schulunterricht und widmete sich dann dem Apothekergewerbe, das er jedoch später mit dem Kriegsdienste vertauschte. Als Hauptmann schiffte er sich unter dem Admiral Ruyter 1674 nach den Westindischen Inseln ein. Während der Fahrt üÜbersetzte er Davids 44. Psalm in lat. Verse und dichtete seinen« Celadon, oder das Verdedeelb nach dem Vaterlandev. Als er im Herbst desselben Jahres zurück und nach ÜUtrecht kam, knüpfte er mit mehrern Gelehrten, besonders mit Grävius, Bekanntschaft an und veranstaltete eine Sammlung seiner lat. Gedichte (Utr. 1684; beste Ausg. von Hoogstraten, Amsterd. 1711), die auch in das Holländische übersetzt wurden. Bald nachher ward er nach Amsterdam versetzt. Er erhielt 1697 seinen Abschied und starb 15. Dez. 1707. Seine vielseitige gelehrte Bildung bewies er durch die Ausgabe der Gedichte des Sannazar, noch mehr aber durch die Bearbeitung des Proper GAmster 1702; neue Aufl. 1726) und des Tibull (Amsterd. 1708; 2. Aufl. 1727). Brofferio (Angelo), ital. Dichter und Publizist, wurde 24. Dez. 1802 zu Castelnuovo bei Asti geboren und studierte die rischen widmete sich aber später wesentlich litterarischen Arbeiten. Seine ersten poetischen Produktionen waren die Dramen: Pproscritto o und die Lustspiele: &Mio cugino v und Tutto per il megliov. Nachdem er eine Reise nach Paris und Neapel unternommen hatte, wurde er 1830 wegen eines polit. Komplotts verhaftet, aber 1831 begnadigt und ließ dann einen Band polit. Gedichte: KCanzoni piemontesio (6. Aufl., 1858), erscheinen, die außerordentliches Aufsehen erregten. Eine von B. 1834 gegründete und im demokratischen Sinne redigierte Zeitung: «Messaggiere torinese v, war um 1848 der Sammelpunkt aller radikalen Publizisten; doch ließ er sie 1849 eingehen und redigierte dann das radikale Blatt „La voce della libertào von 1849—56. Als langjähriges Mitglied der piemont. Kammer hielt B. sich meist zur demokratischen Linken, deren leidenschaftlichster Redner er war. Hier opponierte er als Anhänger Garibaldis dem Grafen Cavour aufs heftigste; gegen letztern ist auch seine polit. Satire II Tartufo politicop (1859) gerichtet. Von B.s größern litterarischen Arbeiten sind zu erwähnen: „Storia del Piemonte dal 1814 ai giorni nostriv (5 Bde., Tur. 1849—52), und ein Memoirenwerk: „I miei tempis (20 Bde., 1858—61). Seine Storia del parlamento subalpino v blieb unvollendet. B. starb zu Verbanella am Lago-Maggiore 26. Mai 1866. B.s Biographie schrieb Pugno (Tur. 1868).