Bronze, Legierung von Kupfer mit Zinn, oder mit Zinn und Zink, oder andern Metallen in wechselnden Verhältnissen, die zu den verschiedensten Gebrauchszwecken dient. Man unterscheidet folgende Hauptsorten: 1) Antike Bronze. Schon in den ältesten Zeiten ist B. benutzt worden zur Anfertigung von Waffen, Münzen, Kunstgegenständen der mannigfachsten Art. Sie ist im Altertum zweifelsohne durch Verschmelzen von Gemengen von Zinn- und ½π⁷ gewonnen worden. Die meisten antiken B. enthalten 88 Kupfer und 12 Zinn. du diesem Verhältnis zusammengeschmolzen hat die Legierung ein schönes goldähnliches Ansehen. Den Einflüssen der Witterung ausgesetzt, überzieht sich die B. bald mit einem schönen blaugrünen Anfluge (Patina, Verde antico, Aerugo nobilis), der in einer mit Steinkohlenrauch und Staub erfüllten Atmosphäre sich allmählich in eine schwarze, durch Abwaschen mit verdünnter Atzlauge zu beseitigende Schicht verwandelt. 2) Geschützbronze, Kanonen⸗ oder Stückgut. Die ältesten deutschen Bronzegeschütze wurden 1372 von Aarau in Augsburg gegossen, in der Neuzeit ist die B. im Geschütz-R m vom Gußstahl verdrängt. Die preuß. ormallegierung enthält uf 100 Kupfer 10, die französische 11, die englische 12 Zinn. Die Uchatius-Geschütze aus sog. Stahlbronze ent-Beard nur 8 Proz. Zinn; durch starke Pressung beim earbeiten soll diese B. eine besondere Festigkeit und Widerstandsfähigkeit annehmen. 3) Glockenmetall, von dem Halk an Zinn, verschieden durch einen s ehr hohen Gehalt an Zinn, der 20—25 Proz. beträgt; Spuren von Silber, die man in einzelnen Glocken gefunden hat, sind zufällige Beimengungen oder überflüssige Zusätze; der Klang der Glocken wird durch Silber nicht, wie irrtümlich geglaubt wird, verbessert, sondern eher nachteilig beeinflußt. 9 Spiegelmetall, weiße Legierung mit 30—35 roz. Zinn. 5) Medaillen- und Scheidemünzenbronze sind Legierungen von sehr verschiedener Zusammensetzung, z. B. 95 Kupfer, 5 Zinn; die cheidemünzen der meisten Staaten erhalten einen usatz von 1—5 Proz. Zink. 6) Bronze zu Schiffsbeschlägen besteht aus 100 Kupfer nebst 4½—7 Proz. Zinn, läßt sich in glühendem Zustande zu Blech walzen und widersteht der korrodierenden Wirkung des Meerwassers besser als reines Kupfer. 7) Moderne Statuenbronze. Die nur aus Kupfer und Zinn bestehende antike B. hat mehrere übelstände, die ihre Verwendung im Kunstguß ersang, o sie schmilzt sehr schwer, wird wenig dünnüssig, beim Erstarren scheiden sich leicht Legierungen von verschiedener Zusammensetzung aus, wodie das Aussehen der Gußstücke benachteiligt und die Entstehung einer gleichmäßigen Patina verhindert wird; ferner ist sie schwer zu ciselieren. Alle diese übelstände lassen sich durch eine Abänderung der Zusammensetzung vermeiden, und es werden daher zu allen in der Neuzeit ausgeführten Gußwerken Legierungen verwandt, in denen das Zinn zum großen Teil durch Zink ain ist. Eine Kupferlegierung mit 10—18 Proz. Zink und 2—4 Proz. Zinn hat eine schöne rötlichgelbe Farbe, wird so dünnflüssig, daß sie selbst die feinsten Teile der Form gänzlich erfüllt, ist für die Bearbeitung genügend zähe und nimmt an der Luft eine schöne Patina an. Ein größerer Zinngehalt macht die B. zu spröde, bei größerm Zusatz von Zink verliert sie ihre anenehme Farbe und erhält eine zu grüne, rauhe Patina. Ein Zusatz von Blei läßt die B. leichter bearbeiten, kann aber, wenn zu viel davon genommen wird, dem Ansehen durch Fleckenbildung nachteilig sein. Nach d'Arcet soll die beste Mischung für den Guß von Statuen aus 82 Kupfer, 18 Zink, 3 Zinn und 1½ Blei bestehen. 8) La germetall, vorzugsweise bei Maschinenkonstruktionen verwendet, ist der vorigen ähnlich, aber meist von geringerm Zinkgehalt; so erhält man mit 88 Kupfer, 6 Zinn und 6 Zink eine goldfarbige, hämmerbare, leicht zu feilende B. mit sehr feinkörnigem Bruch. 9) Phosphorbronze hat neuerdings in Fachkreisen wegen ihrer vielfachen Verwendbarkeit und vorzüglichen Eigenschaften gerechtes Aufsehen erregt. Sie besteht aus Kupfer-Zinnlegierungen von je nach den Zwecken wechselnder Iens Phospfor⸗ zu welchen während des Schmelzens Phosphor gefügt wird. Es entsteht dabei eine chem. Verbindung von Phosphor und Zinn, welche in dem geschmolzenen est dung bleibt. Je nach der beabsichtigten Verwenung beträgt der Phosphorgehalt /½ — 2½½, der Zinngehalt 3—15 Proz. 10) Aluminiumbronze, eine Legierung von 90 Kupfer und 10 Aluminium, scheint alle Vorzüge sämtlicher Bronzen zu vereinen, schön goldgelb, leicht gießbar, vorzügliche Bearbeitbarkeit, große Härte und Widerstandsfähigkeit; ihrer allgemeinern Verwendbarkeit steht gegenwärtig nur 86 der hohe Preis des Aluminiums entgegen. Vgl. Kerl u. Stohmann [Muspratt!], Encyklopäd. Handbuch der technischen Chemieꝝ (3. Aufl., Bd. 4, Braunschw. 1876, Art. Kupfero). ö