FeedBrückenau
ErdkundeBrockhaus 1882

Brückenau, Stadt mit 1669 E. im bayr. Regierungsbezirk Unterfranken, 28 km im Nordwesten von Ki Senn an der Sinn, in 298 m Höhe, Hauptort eines Bezirksamts und eines Amtsgerichts. Der Ort hat ein Schloß, Papier⸗, Loh⸗ und Walkmühlen und sechs Jahrmärkte. Nahe dabei liegt Bad B. in dem reizenden, waldumkränzten und wiesenreichen Thale der Sinn. Die drei Quellen sind die brückenauer oder Stahlquelle, die wernarzer und sinnberger Quelle. Die erstere ist ein erdig-salinisches Eisenwasser, die beiden andern alkalisch-erdige Säuerlinge. Alle drei 972 1 nur äußerst wenig salinische Bestandteile, aber einen beträchtlichen Gehalt an Kohlensäure. Sie werden zum Trinken wie zum Baden benutzt; die aon Muskel Owacht, rogegen Blutarmut, 1. Mlechs uskelschwäche, chronische Nervenleiden, Bleichsucht u. s. w., oft als Nachkur für kissinger Brunnengäste; die beiden andern gegen Oromiche Affektionen der Schleimhäute und Hautausschläge. Außerdem werden in der Kuranstalt auch Moorbäder gegen Rheuma und Frauenkrankheiten verabreicht. Das Bad hat insbesondere als Lieblingsaufenthalt des Königs Ludwig I. von Bayern sehr viel durch Verschönerung gewonnen. Die Anlagen sind h geschmackvoll, die Gebäude schön und regelmäßig angelegt. Ein neues Badehaus wurde 1822 erbaut und 1882 durch Neueinrichtung mit Dampferwärmun lesbadena. ausgestattet. Der Kursag Rehnngen z iesbaden an Glanz nicht nach. Die Umgebungen sind durch das Rhönleeree höchst romantisch, und Bergreihen von mitterer Höhe, mit alten Eichen und Buchen bedeckt, ziehen sich an beiden Seiten des Thals hin. In Kothen und Riedenberg, beide 9 kKm vom Bade entfernt, befinden sich ebenfalls Sauerbrunnen, welche jedoch nur von den Ortsbewohnern als Trinkwasser benutzt werden. Vgl. Schneider, B. und seine Um938 Khön (Fulda 1831); Gegenbauer, Fulda und das Rhöngebirge mit seinen Bäderno (Fulda 1847); Wehner, 4Bad B. und seine Kurmittel v» (Würzb. 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 606Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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