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ErdkundeBrockhaus 1882

Bertrich, Dorf und Badeort im Kreise Kochem des preuß. Regierungsbezirks Koblenz, 165 müber dem Meere, in einem reichbewaldeten, von 250 m hohen Bergen eng eingeschlossenen Thale, welches der dem linken Moselzufluß Alf zuströmende Ußbach durchschneidet. Die beiden 26· R. warmen (Chlornatrium, schwefelsaures Natrum, 4 sauren Kalk u. s. w. enthaltenden) Quellen, welche dem kleinen, nur 382 E. zählenden Orte jährlich zahlreiche (1877: 927) Badegäste zuführen, entspringen an der südwestl. Seite des Thals am Fuße der interessanten Facherhöhe (oder des Palmbergs) und versorgen das nahe Kurhaus, Armenbad und den Trinkbrunnen. Das Wasser ist besonders wirksam gegen Rheumatismus und Gicht, chronischen Maenkatarrh, Menstruationsstörungen, Haut⸗ und Heitnr dihern Die Römer kannten bereits die . dieser Quellen. Zweckmäßige Einrichtungen trafen erst die Erzbischöfe von Trier, unter deren Herrschaft der Ort 1392 kam, 1456 wurden die ersten Badeeinrichtungen Kuemens 2 Das meiste hat aber B. dem Erzbischof lemens Wenzeslaus zu danken, welcher 1770 unter anderm auch das mit dem Bildnis seines Gründers geschmückte Kurhaus bauen nisc Die Umgegend ist merkwürdig durch vulkanische Bildungen, so die 405 m hohe Falkenlei mit dem halb eingestürzten Krater und die von Basaltsäulen getragene Käsegrotte mit dem durch den Erwisbach gebildeten, 15 m hohen Wasserfall, über welchen die fast 11 mlange Wilhelmsbrücke schwebt. Vgl. Böhm, (Bericht über das Bad B.»(Berl. 1859).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 881Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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