FeedBrüderschaften
ReligionBrockhaus 1882

Brüderschaften (religiöse) nannte man im Mittelalter Verbindungen von Laien zu frommen übungen, wechselseitigen Dienstleistungen und allgemein wohlthätigen Zwecken. Sie legten keine Klostergelübde ab, organisierten sich aber ähnlich wie die en Wohm Orden, einige sogar in gemeinschaftlichen Wohnungen. Diese ießen B. im engern Sinne (confraternitates). Gemeinsamen Bußübungen dienen von ältern die Marianische B., die Skapulier⸗, Rosenkranz-B. u. a., von jüngern die B. vom allerheiligsten und unbefleckten Herzen Mariä zur Bekehrung der Sünder, die Franz-Xaverius- oder Missions-B., die B. von der christl. Lehre u. a. Manche dienten allgemeinen Aelung der Wohlthätigkeit, vor allem der Hilfeleistung an Fremde und Reisende, an Verlassene und Kranke, z. B. die Brückenbrüder (s. d.), die Ritter und Gesellen der heil. Hermandad in Spanien, die Familiaren und Kreuzträger im Dienste der span. Inquisition, die Kalandsbrüder, die Alexianer oder Eehena die große Brüderschaft des gemeinsamen Lebens (s. d.) u. a. Wieder andere traten in ernstem Streben nach persönlicher Frömmigkeit in mehr oder weniger entschiedene Opposition zu den äußern Satzungen der röm. Kirche und wurden von ihr als Ketzer bekämpft, z. B. die Beguinen und m Wältes, die Brüder und Schwestern des freien Geistes, die Apostelbrüder, die Geißler oder Flagellanten u. a. B., welche sich in Zweigbrüderschaften teilen, heißen Erzbrüderschaften. Zu diesen B. gehören auch die Jünglingsvereine, welche neuerdings auch in der prot. Weleder werden. Vgl. von Holtzendorff, „Die Brüderschaft des Rauhen Hauses v (4. Aufl., Berl. 1861).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 613Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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