Bruni (Leonardo), aus Arezzo, weshalb er sich Aretino nannte, einer der berühnitesten Gelehrten aus der Periode der ital. Renaissance, geb. 1369, studierte in Florenz und Ravenna zuerst die Rechte, wurde aber dann durch den Griechen Emanuel Chrysoloras in Florenz den klassischen Studien zugeführt. Seit 1405 päpstl. Geheimschreiber, beleitete er Johann XXIII. 1415 auf das Konzil zu onstanz. Nach der Absetzung des Papstes kehrte B. nach Florenz zurück, wo er Anstellung und in wichtigen An Bunch pens der Republik Verwendung fand. Durch seine Historiarum Florentinarum libri XII (Straßb. 1610), auf Befehl der Republik marb er von Donato Acciajuoli (Vened. 1473), erwarb er sig das Bürgerrecht in Florenz und wurde später Staatssekretär der Republik. Auf diesem wichtigen Posten starb Ver 9. Mä 1444, und Florenz und Arezzo wetteiferten, dur prächtige Exequien und Denkmäler das Andenken ihres verdienten Bürgers zu ehren. B.s Verdienste um die Ausbreitung und Förderung des Studiums der griech. Litteratur bestehen vorzüglich in seinen lat. übersetzungen des Aristoteles, Demosthenes, Plutarch u. s. w. Aus der bedeutenden Zahl seiner übrigen Schriften, unter denen sich eine Abhandlung in griech. Sprache über die florentin. Staatsverfassung findet, sind namentlich hervorzuheben: der Commentarius rerum suo tempore gestarumo (Vened. 1476), De bello italico adversus Gothoso (Vened. 1471 u. öfter), De origine urbis Mantuaer und De Romae origines, sowie die reichhaltigen Epistolae familiareso (Vened. 1472 u. öfter; Ausg. von L. Mehus, Flor. 1741). Die Biographien Dantes und Petrarcas (Perugia 1671) schrieb er italienisch. Seine berühmte Novelle De amore Guiscardi et Sigismundaè filiae Tancredio wurde oft gedruckt und mehrfach ins Italienische und Französische übersetzt.