FeedBüchner (Georg)
HeilkundeBrockhaus 1882

Büchner (Georg), deutscher Dichter, der Sohn des Arztes und spätern Obermedizinalrats B. zu Darmstadt, wurde 17. Okt. 1813 zu Goddelau unweit Darmstadt geboren. Er besuchte das Gymnadurg zu Darmstadt und studierte seit 1831 in Straßurg Naturwissenschaften, besonders Zoologie und vergleichende Anatomie. Im Herbst 1833 wandte er scch nach Gießen, wo er mit dem Studium der Naturwissenschaften das der praktischen Medizin Uverband, nahm dann 1834 an den polit. Kämpfen in ef teil und schrieb eine populäre Flugschrift,‚ er Hess. Landbotes, mit dem Motto Friede den Hütten, Krieg den Palästen». Deshalb in Untersuchung gezogen, entging er der ihm drohenden Haft 1835 durch die Flucht nach Straßburg, wo er lic dem Studium der neuern Philosophie, namentlich der des Cartesius und Spinoza, widmete. Im Okt. 1836 kam er nach Zürich, wo er die Erlaubnis zu Vorlesungen erlangte, aber bald nach Beginn eines Kursus über vergleichende Anatomie 19. Febr. 1837 einem Nervenfieber erlag. Vor seiner letzten Reise nach Straßburg hatte B. zu Darmstadt, im Verlaufe weniger Wochen, «Dantons Tod, dramatische Bilder aus der Schreckenszeit »(Frankf. 1835) gedichtet. Dieses geniale Dichterwerk schildert mit ergreifender Wahrheit jene Schreckenszeit, entbehrt aber noch der künstlerischen Mäßigung; auch die Zeichnung der Charaktere ist nur in geringem Maße elungen. In Straßburg verfaßte er noch die geungenen Übersetzungen der beiden Dramen Victor Im Manuskript hinterließ er, außer philos. Schriften und poetischen Bruchstücken, ein Lustspiel, „Leonce und Lenav, voll Geist, Witz und kecker Laune, sowie Fragmente der Novelle «Lenzy. Diese Beudern Arbeiten B.s wurden später von seinen rüdern unter dem Titel Nachgelassene Schrifteno (Frankf. 1850) herausgegeben. Eine kritische Ausgabe von B.s „Sämtlichen Werken und handschriftlichem Nachlaßo mit Biographie von K. E. Franzos erschien 1879 in Frankfurt a. M.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 677Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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