Bittermittel (Amara) heißen diejenigen Arzneimittel, welche als wesentlichsten, ehmedenden wirksamen Bestandteil einen bitterschmeckenden Stoff enthalten. Dieser Bitterstoff ist in den verschiedenen Mitteln verschieden. In einigen derselben findet er sich rein, ohne anderweitige wittiane andere teirwi enthalten noch andere wirksame Bestandteile, wie Salze, Schleim, Gerbsäure, ätherische Ole. Deshalb teilt man die B. ein in reine, in salzige oder auflösende, in schleimige, in adstringierende oder gerbsäurehaltige und in an welhe Unter die große Zahl von Pflanzen, welche man als B. benutzt, 6 ören das Fsberltee Enzianwurzel, Tausendgüldenkraut, Fieberklee, Löwenzahn, Chmnarinde Be Ruhrwurzelrinde, Isländ. Moos, Chinarinde, Weidenrinde, Eichenrinde u. s. w. Die diesen Plam wirksamen bittern Stoffe, welche in diesen Pflanzen enthalten sind, verleihen den bittern Mitteln eine die Verdauung fördernde Wirkung. Dieselben werden daher als Stärkungsmittel sowohl bei Schwäche der Verdauungsorgane als auch bei allgemeiner Nervenschwäche und zer Müttel Rekonvalescenz gegeben. Einzelne dieser Mittel enthalten außerdem eine besondere Wirkung als Heilmittel, z. B. die Chinarinde bei arasteh⸗ Isländisches Moos bei langwierigen Luftröhrenkatarrhen, Columbo⸗ und Nuhnmtl bei Durchfällen. Sie werden meist in Abkochung oder Aufguß, in Form von Extrakten, einige auch in Form frisch ausgepreßter Nagnesin angewendet. eine Verbindung der Magnesia (Bittererde) mit Schwefelsäure, kommt in mehrern Mineralwässern, den sog. Bitterwässern, vor, z. B. in dem saidschützer, püllnaer, seidlitzer, epsomer u. a., und wurde früher aus diesen durch Abdampfen krystallisiert erhalten und in den Handel gebracht. Man ewinnt dies Salz gegenwärtig aus der Mutterauge des Seesalzes und mancher Salinen und als Nebenprodukt in den Fabriken künstlicher Mineralwässer bei der Zerlegung des Magnesits (kohlenduser Magnesia) durch Schwefelsäure, meistens inessen durch Auflösen des im Steinsalzlager von Staßfurt und Leopoldshall massenhaft sich findenden Minerals Kieserit (s. d.) in Wasser. Es kommt in Form kleiner, nadelförmiger, in Wasser leicht löslicher K stalle in den Handel, die kühlend und dann bitter Naauene Innerlich genommen, wirkt es, wie alle Y Vi purgierend. In neuerer Zeit wird das B. in großer Menge zum Appretieren der Leinen⸗ und Baumwollwaren verwendet. — Nicht zu verwechseln ist das B. mit dem sehr giftig wirkenden Bitterkleesalz oder Sauerkleeitterschwamm, Agaricus sublateritius Schaef., ein als Got anzusehender Pilz mit gelblichem oder gelbli zotem, gestieltem Hut, angenehmem Geruch, aber sehr bitterm Geschmack; er wächst an alten Baumstämmen und Pfählen und bildet oft adet ich in Rasen. Im Sommer und Herbst indet er sich in Wäldern sehr häufig.