FeedBuchweizen oder Heidekorn
PflanzenreichBrockhaus 1882

Buchweizen oder Heidekorn, eine Pflanze aus der Familie der Polygoneen, zur Gattung der Knöteriche Polygönum) achen „wird als ein Blattetreide zur 1½ für anschen und Vieh angeaut und hat als solche besonders in Gegenden mit sandigem, wenig ergiebigem Boden einen großen Wert. Vorzugsweise wird der B. als Grütze verarbeitet, aber auch, als Mehl mit anderm vermischt, zu Brot verbacken. Nach Dombasle haben seine Körner als Mastungsfutter ganz denselben Wert wie die der Gerste, und als Pferdefutter einen größern wie der Hafer. Da die Buchweizenkörner jedoch mit einer sehr harten Schale umgeben sind, so müssen sie immer zuerst geschroten werden, wenn sie als —.— dienen sollen. Auch als Grünfutter wird der angebaut, soll aber dann die Schafe betäuben. Die Bienen lieben seine honigreichen Blüten außerordentlich. Zu Gründünger ist der B. eins der gewöhnlichsten Gewächse. Man baut jetzt zwei Arten davon an: den gemeinen B. (P. Fagopyrum) und den tatarischen (P. tataricum). Der letztere ist kräftiger, dauerhafter, früher und einträglicher als der erstere; sein Korn fällt jedoch bei der Reife leichter aus und liefert ein schwärzeres und bitteres Mehl. Hinsichtlich des Bodens ist der B. eine der anspruchslosesten Pflanzen; er gedeiht selbst noch im Heideland, erfordert weder besondere Sorgfalt der Bearbeitung noch kräftige Düngung, und liefert meistens sehr ergiebige Ernten. Der B. ist erst im Beginn des 16. Jahrh. nach Deutschland gekommen. Sein Vaterland sind die Wolgaländer und die Ufer des Kaspischen Meers. Die Buchweizenarten sind einjährige Kräuter mit aufrechtem, s Ien, ästigem, meist en Baätian Stengel, gestielten, herz-pfeilförmigen Blättern und in Trugdolden oder Trauben estellten Blüten, welche ein drei-bis fünfspaltiges erigon, meist acht Staubgefäße und einen Fruchtknoten mit drei Griffeln besitzen. Die Frucht ist ein einsamiges, dreikantiges Nüßchen mit mehlreichem Samen. P. Fagopyrum hat in Trugdolden gestellte, weiße oder rötliche Blüten und glatte Nüßchen, P. tataricum in schlaffe Trauben geordnete, grünliche Blüten und an den Kanten buchtig gezähnte Nüßchen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 680Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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